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Bei AfD-Demo in Magdeburg: Journalisten mit Reizgas attackiert

Bei einer AfD-Demo in Magdeburg wurden am Mittwoch Journalisten mit Reizgas attackiert Foto: dpa

Am Mittwochabend kam es bei einer Demonstration erneut zu Übergriffen auf Journalisten. Wie der MDR, das ZDF wie auch die Polizei bestätigten, sind Reporter bei der AfD-Kundgebung mit Pfefferspray attackiert worden. Zwei Berichterstatter sollen Augenreizungen davongetragen haben. Der mutmaßliche Täter wurde noch am selben Abend von den Ermittlern gefasst.

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Nach ZDF-Angaben sind auch weitere Journalisten sowie ein Sicherheitsmitarbeiter angegriffen worden, der ebenfalls Augenreizungen davontrug. Die Angriffe sind auf Video festgehalten worden, weshalb es der Polizei gelang, den mutmaßlichen Täter zu identifizieren. Er muss nun mit einer Anzeige wegen Körperverletzung rechnen.

Der Deutsche Journalistenverband (DJV) hat am Donnerstag die AfD dazu aufgerufen, sich von der Gewalt bei den Kundgebungen zu distanzieren. „Wir hoffen, dass die Sicherheitsbehörden und die Justiz die Zeichen der Zeit erkannt haben und Journalisten/innen besser schützen“, so DJV-Chef Frank Überall weiter. „Der gestrige Angriff zeigt, dass das Thema Sicherheit für Journalisten weiterhin auch ein politisches Thema bleiben muss und Gespräche mit Innenpolitikern nötig sind. Die Pressefreiheit ist nicht verhandelbar!“

Die Angriffe in Magdeburg waren nicht die ersten Übergriffe. Der jüngste ereignete sich bei einer Legida-Kundgebung im Januar in Leipzig. Dort war eine MDR-Mitarbeiterin von einer Frau geschlagen und verletzt worden.

Zu der Demonstration der Alternative für Deutschland (AfD) waren nach Polizeiangaben etwa 600 Teilnehmer gekommen. Dem Zug vorneweg liefen unter anderem Björn Höcke, Vorsitzender der AfD-Fraktion im Thüringer Landtag sowie Andre Poggenburg, Landesvorsitzender der AfD in Sachsen-Anhalt.

An einer Gegendemonstration beteiligten sich laut Polizei etwa 150 Menschen.

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