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Nach Rassismus-Vorwürfen: Academy ändert die Oscar-Jury

George Clooney, Jada Pinkett Smith und Will Smith protestieren gegen die Oscars
George Clooney, Jada Pinkett Smith und Will Smith protestieren gegen die Oscars

Die Nominierungen für die diesjährigen Academy Awards, kurz Oscars, sind raus. Auch in diesem Jahr sind alle Anwärter auf die goldene Statue wieder weiß – was in Hollywood eine Protestwelle auslöste. George Clooney und Lupita Nyong'o beklagten sich öffentlich, Will Smith und seine Ehefrau Jada kündigten den Boykott der Preisverleihung an. Die Academy versprach daraufhin, die Jury bunter zu besetzen.

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“Wir bewegen uns in die falsche Richtung”, betonte George Clooney in einem Interview mit dem US-Magazin Variety, “vor zehn Jahren hat die Academy einen besseren Job gemacht.” Mindestens vier Filme und ihre schwarzen Darsteller hätten eine Nominierung verdient, erklärt der Hollywood-Schauspieler.

Auch Lupita Nyong’o, die 2014 für “12 Years a Slave” mit dem Oscar ausgezeichnet wurde, protestiert gegen die Entscheidung der Jury. Bei Instagram schreibt sie: “Die fehlende Inklusion enttäuscht mich und bringt mich dazu, über unterbewusste Vorurteile nachzudenken und darüber, was in unserer Gesellschaft Anerkennung verdient.” In einem zweiten Posting zitiert sie ihren Schauspielkollegen Idris Elba, der ein Umdenken der Kreativbranche fordert:

Auch Oscar-Gewinnerin und Mitglied der Academy Reese Witherspoon ist “enttäuscht” über die Nominierungen. Einige der besten Filme des vergangenen Jahres hätten keine Beachtung gefunden.

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I really appreciated this article in TIME on the lack of racial and gender diversity in this year’s Oscar…

Posted by Reese Witherspoon on Donnerstag, 21. Januar 2016

Jada Pinkett Smith und Will Smith haben sogar angekündigt, die diesjährige Preisverleihung nicht zu besuchen.

We must stand in our power.

Posted by Jada Pinkett Smith on Montag, 18. Januar 2016

Die Academy selber verteidigt ihre Entscheidung. So betont beispielsweise die Schauspielerin Penelope Ann Miller, die ebenfalls Mitglied der Academy ist, gegenüber The Hollywood Reporter: “Ich habe für eine Vielzahl von schwarzen Darstellern gestimmt und es tut mir Leid, dass sie nicht nominiert sind. Doch zu behaupten, wir wären alle Rassisten, ist sehr beleidigend.” Die britische Schauspielerin Charlotte Rampling ging sogar noch weiter und bezeichnete die Reaktionen ihrer schwarzen Kollegen in einem Radio-Interview als “Rassismus gegen Weiße”. Vielleicht hätten es die schwarzen Schauspieler “einfach nicht verdient, in die letzte Auswahl zu kommen”.

Dennoch sollen nun Veränderungen in der Jury stattfinden. Eine Recherche der “Los Angeles Times” von 2012 hatte ergeben, dass diese tatsächlich zu 94 Prozent aus Weißen und zu 77 Prozent aus Männern besteht. Afro- und Südamerikaner hingegen sind mit jeweils nur zwei Prozent vertreten und das Durchschnittsalter liegt bei 62.

Die Academy hat als Reaktion auf die Proteste jetzt für neue Regeln gestimmt mit dem Ziel, die Zahl von Frauen und Minderheiten bis zum Jahr 2020 zu verdoppeln. Außerdem soll das bisherige lebenslange Stimmrecht auf zehn Jahre beschränkt werden.

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