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Saarbrücken-“Tatort” über Tod beim Sex und einen tauben Zeugen: ein Krimi, zäh wie Kaugummi

ARD/SR TATORT, “Totenstille
© SR/Manuela Meyer
ARD/SR TATORT, "Totenstille © SR/Manuela Meyer

Hauptkommissar Jens Stellbrink steht im neuesten Saabrücken-"Tatort" vor ganz neuen Herausforderungen: Er lernt Gebärdensprache, um einen dringend tatverdächtigen tauben Mann besser verstehen zu können. Zuvor wurde die Leiche einer mutmaßlich erdrosselten Frau gefunden. Weit kommt Stellbrink damit allerdings nicht – und auch der Rest der Story zieht sich dahin wie ein zäher Kaugummi.

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Die Story

Während in einer Gaststätte ein Leichenschmaus für den bekannten Leiter einer Gehörlosenschule stattfindet, kommt beim Sex im Hotelzimmer ein Stockwerk höher eine Frau ums Leben. Georg, ihr Sex-Partner, ruft einen Freund an, um die Leiche zu entsorgen. Er fühlt sich bei dem Telefonat im Auto unbeobachtet, aber Ben, ein gehörloser Gast der Beerdigungsfeier, liest den Telefondialog von den Lippen ab und versucht hinterher, den Täter zu erpressen. Nachdem die Polizei die Leiche gefunden und identifiziert hat, ermitteln Kriminalhauptkommissar Jens Stellbrink und sein Team zunächst unter den Gästen der Beerdigungsgesellschaft, die aber mit der Toten in keiner Verbindung stehen. Als aber dann eine schwerhörige junge Frau ermordet aufgefunden wird, hat Stellbrink einen Schlüssel zur Lösung in der Hand, weil beide Fälle über Ben miteinander verbunden scheinen.

Die Story hinter der Story

Die Integration von tauben Menschen in die Gesellschaft, ihr Kampf um Gleichberechtigung und der Hass auf alles “Normale”.

Was taugt das Drehbuch?

Schon der Einstieg in den neuen “Tatort” ist mehr als hanebüchen: Eine Frau stirbt beim Sex; auf den ersten Blick wirkt es, als sei sie im Eifer des Gefechts erdrosselt worden. Doch nur kurze Zeit später stellt sich heraus, dass eine Überdosis Amphetamine die Todesursache war. Ihr Ableben wird dabei nahezu lächerlich unrealistisch dargestellt. In der einen Sekunde stöhnt das Opfer noch lustvoll auf und in der nächsten liegt sie schon mit starrenden, leeren Augen unter ihrem Liebhaber. Selbst der sogenannte Sekundentod (Tod durch Herzversagen) dauert letztendlich mindestens einige Minuten. Und in dieser Qualität geht es weiter: die Dialoge sind hölzern, dem Zuschauer wird die Geschichte bis ins Kleinste vorgekaut und die Handlung wirkt gleichermaßen krampfhaft konstruiert wie moralisch völlig überzogen.

Sind die Ermittler in Form?

Devid Striesow alias Jens Stellbrink wird einmal mehr als “Mir doch egal”-Einzelgänger inszeniert. Er ist hektisch, springt aufgeschreckt auf, schreit – und geht den Zuschauern damit und mit seinen Alleingängen auf die Nerven, genau wie seiner Kollegin Lisa Marx.

Mit diesen Hintergrundinfos können Sie punkten
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Auch in der Gehörlosensprache gibt es Dialekte, also regionale Unterschiede.

Der Satz zum Mitreden

“Taubstumm ist genauso diskriminierend wie Zigeuner oder Neger.”

Eher peinlich

Jens Stellbrings Partyabend mit einem schwerhörigen jungen Mann. Sie checken die die Hinterteile der tanzenden Frauen aus und nicken sich anerkennend grinsend zu.

Fazit

Der Tatort will viel und kann wenig.

Einschaltempfehlung auf einer Skala von 1 bis 10

2

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