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„AfD bekommt die Märtyrerrolle gratis“: ZDF-Fernsehrat mischt sich in Debatte um SWR-Elefantenrunde ein

ZDF-Fernsehrat und CDU-Politiker Ruprecht Polenz und der SWR-Intendant Peter Boudgoust

Der SWR hat Ärger und der ZDF-Fernsehrat mischt sich ein: Am Dienstag wurde bekannt, dass sich der Südwestdeutsche Rundfunk dem Druck der SPD in Rheinland-Pfalz und von den Grünen aus Baden Württemberg beugt und keinen Vertreter der AfD zu den Elefantenrunden im Vorfeld der Landtagswahlen einlädt. Für den ZDF-Fernsehratsvorsitzenden Ruprecht Polenz ist dies gleich ein „doppeltes Desaster: Die AfD bekommt die Märtyrerrolle gratis. Wer von ‚Staatsfunk‘ redet, sieht sich bestätigt“.

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Gegenüber der Agentur afp erinnerte der CDU-Politiker daran, dass der SWR im Jahr 2011 entschieden hätte, auch die Linke und die Grünen zu den abschließenden Kandidaten-Runden einzuladen. Damals gehörten beide Parteien nicht dem Parlament an.

Damals hätte sich der Sender von der bisherigen Praxis von ARD und ZDF verabschiedet. „Jetzt muss er dabei bleiben und alle Spitzenkandidaten einladen, deren Parteien eine realistische Chance auf einen Einzug in den Landtag haben“, betonte Polenz. „Und die Vertreter der demokratischen Parteien sollten in Argument und politischem Stil zeigen, was sie von der AfD unterscheidet.“

Abgehalten werden die Elefantenrunden am 10. März, also drei Tage vor den Wahlen. Teilnehmen werden in Rheinland-Pfalz die Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) sowie Julia Klöckner (CDU) und Eveline Lemke (Grüne). In Baden-Württemberg nehmen der Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne), Nils Schmid (SPD), Guido Wolf (CDU) und Hans-Ulrich Rülke (FDP) teil.

Die Entscheidung, auf einen Vertreter der Alternative für Deutschland zu verzichten, begründete der SWR-Intendant Peter Boudgoust damit, dass SPD wie Grüne gedroht hatten, der Sendung sonst fern zu bleiben. Man habe dies mit „zusammengebissenen Zähnen“ zur Kenntnis genommen, aber angesichts der für falsch gehaltenen Weigerung keine Alternative gehabt, als dem Wunsch von SPD und Grünen nachzukommen, heißt es aus dem SWR. Die CDU, in beiden Ländern Oppositonspartei, hatte eine Auseinandersetzung mit der AfD nicht gescheut.

Nach Ansicht von Polenz sei es für den SWR noch nicht zu spät die „Entscheidungen zu korrigieren“.

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