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SWR gibt Druck von SPD und Grüne nach: AfD darf nicht zur „Elefantenrunde“ kommen

SWR-Intendant Peter Boudgoust

Der Südwestrundfunk lädt die Alternative für Deutschland (AfD) nicht an den Tisch der Wahlkampf-Elefantenrunden zu den Landtagswahlen in Baden-Württemberg und der Rheinland-Pfalz. SWR-Intendant Peter Boudgoust begründete die Entscheidung damit, dass SPD wie Grüne damit gedroht hatten, der Sendung sonst fern zu bleiben.

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Man habe dies mit „zusammengebissenen Zähnen“ zur Kenntnis genommen, aber angesichts der für falsch gehaltenen Weigerung keine Alternative gehabt, als dem Wunsch von SPD und Grünen nachzukommen, heißt es aus dem Hause des SWR weiter. Die CDU, in beiden Ländern Oppositonspartei, hatte eine Auseinandersetzung mit der AfD nicht gescheut.

Den aktuellen Umfragewerten zufolge scheint der Einzug der AfD in den neuen Landtag Baden-Württembergs gesichert. Derzeit steht die rechtspopulistische Partei bei 10 Prozent – und damit nur 5 Prozent hinter dem regierenden Junior-Partner SPD. Die regierende Grüne von Ministerpräsident Winfried Kretschmann steht bei 28 Prozent. In der SPD-regierten Rheinland-Pfalz ist der AfD-Einzug ebenso wahrscheinlich. Dort steht die Partei bei derzeit 8 Prozent.

Der „Elefantenrunde“ mit Vertretern der im Landtag vertretenen Parteien sollen nun Einzelinterviews mit den Spitzenkandidaten von Parteien mit Aussicht auf den Einzug ins Parlament folgen. Das sind in Baden-Württemberg die Spitzenkandidaten von AfD und der Linken, in Rheinland-Pfalz von FDP, AfD und Linken.

Vor der Landtagswahl 2011 hatte der öffentlich-rechtliche Sender auch Politiker der außerparlamentarischen Parteien in die Livesendung eingeladen – damals waren es Grüne wie Linke.

Abgehalten werden die Elefantenrunden am 10. März, also drei Tage vor den Wahlen. Teilnehmen werden in Rheinland-Pfalz, die Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) sowie Julia Klöckner (CDU) und Eveline Lemke (Grüne). In Baden-Württemberg nehmen der Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne), Nils Schmid (SPD), Guido Wolf (CDU) und Hans-Ulrich Rülke (FDP) teil.

(dpa/ms)

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