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“Ich bin ein Star” im Klo-Shitstorm – das Dschungelcamp kackt ab

Thorsten “marschiert” in der Dschungelprüfung, Helena hadert und hält sich zurück
Thorsten "marschiert" in der Dschungelprüfung, Helena hadert und hält sich zurück

Tag fünf im Dschungelcamp war für Kandidaten wie Zuschauer ein Griff ins Klo: Auffällig viele Szenen drehten sich um die Latrine und den Umgang mit Exkrementen. Deutliches Zeichen dafür, dass die aktuelle Staffel kreativ auf der Stelle tritt. Die traditionelle Fress-Prüfung konnte das nicht ändern, obwohl Thorsten Legat, wie vielfach angekündigt, "lieferte". Gunter Gabriel ist raus, ohne Applaus.

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Wie war die Prüfung?

Das “defekte Promi-Dinner” war ein Dschungelcamp-Klassiker. Das Beste vom Allerwertesten und allerlei anderes Gekröse exotischer Tiere mussten von den Kandidaten gekaut und verschluckt werden. Die von den RTL-Textern mit gewohnt kreativen Begriffen beschriebenen Scheußlichkeiten (“Euter der Provence”, “Fousse au Kakerlak”) hauten dabei Thorsten Legat und Helena Fürst eigenhändig in die Pfanne. Der Ablauf? The same procedure as last time, zumindest was Helena antraf. Sie lamentierte und schaffte es durchweg, die kleinere Portion zu übernehmen und einige Male nicht einmal die. Camp-Rambo Legat dagegen erledigte seinen Part souverän. Am Ende langte es insgesamt für zehn Sterne, Helena ist im internen Duell abermals geschlagen. Ihre fünfte Niederlage in Folge. Immerhin hat sie nicht geheult.

Beste Kandidaten-Sprüche?

“Mir geht’s eigentlich besser, jede Minute.” (Rolf Zacher)

“Seit ich im Camp bin, bin ich der Zivi von Rolf Zacher.” (Jürgen Milski)

“Pisst einer im Stehen, und ich sollte das sehen, knall’ ich ihn weg!” (Thorsten Legat)

“Du bist du, und ich bin ich!” (Helena zu Thorsten über die Dschungelprüfung) – “Ich weiß, deshalb wählen die Zuschauer ja immer Dich.” (Thorsten)

“Helena wäre im Fußball die Nummer 18. Der Typ, der niemals zum Einsatz kommt.” (Thorsten)

“Medizinisch geht’s ihm gut.” (Dr. Bob über den Gesundheitszustand von Gunter Gabriel)

“Du siehst aus wie diese eine, nur anders.” (David zu Nathalie)

WTF?

Wie Medien schon am Dienstagvormittag berichteten, hatte Gunter Gabriel das Camp am Morgen verlassen – offenkundig aus Bocklosigkeit, oder weil er möglicherweise der Meinung war, für seine horrende Gage bereits genug geleistet zu haben. Einspruch! Dirty Harry war eine Enttäuschung im aktuellen Dschungel-Team, und es ist schon dreist, wie RTL den Fans immer wieder prä-senile Underperformer serviert, die offenbar auch dann ihre Gage mitnehmen, wenn sie weder eine Prüfung absolvieren noch im eigentlichen Wettbewerb mitzumachen gedenken. Aus Produktionskreisen verlautet zudem, dass Gunter Gabriel keine Entschädigungsklausel bei einer frühzeitigen Aufgabe im Vertrag hatte.

Solche Typen haben im Camp nichts zu suchen, und der Wortschwall, mit dem sich der Sänger von seinen Mitinsassen verabschiedete, war eine ganz miese Show. Er sollte sein Geld zurückzahlen oder wenigstens für einen guten Zweck spenden. Überhaupt: Dieser Gabriel mit seinen Anzüglichkeiten und den schmuddeligen Bemerkungen war eine Zumutung für die Zuschauer. Beim Einzug sagte der Mittsiebziger, er habe nur eine Unterhose (“Das muss reichen”) im Gepäck – wie recht er hatte. Man hätte seinen angeblich “gesundheitsbedingten” frühen Auszug da schon ahnen müssen.

Dabei hatte RTL noch im Vorfeld von Gunters Auszug versucht, das Team – u.a. zur Musik der morbiden HBO-Serie “Six Feet Under” – als Mehrgenerationen-Camp zu inszenieren. Das hätte, vor allem mit dem “phantastischen Schauspieler Rolf” (Ricky) noch sehr spannend werden können. Auch Gunter Gabriel ließ sich von Brigitte Nielsen nachts zur Toilette schleppen, vermutlich in eindeutiger Absicht. Die Truppe hat erkennbar keine Lust auf Pflegefälle, und genau darum hätte der Zustand anhalten müssen.

Das Ärgernis des Abends

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Wirklich grenzwertig, wie RTL das “Klo-Gate, Teil II” in extenso inszenierte, Marke: “Da hat jemand auf die Klobrille geschissen.” Nur ekelig und im wahrsten Sinn ohne jede Fallhöhe. So etwas ist keine Unterhaltung, sondern der beste Weg, dem Dschungelcamp seinen intellektuellen Reiz zu nehmen. Kein Wunder, dass die Bewohner die Fäkalsprache bei jeder Gelegenheit praktizieren. Der Sender verspielt seinen Kredit bei anspruchsvollen Fans, die er über Jahre mühsam gewinnen musste. Der Drive, den die diesjährige Staffel zum Auftakt entwickelte, scheint aufgebraucht. Jetzt müssen die Produzenten aufpassen, dass sie nicht zu einer mittleren Enttäuschung gerät, weil das Potenzial unnötig verspielt wird.

Wichtigste Szene zum Mitreden?

Rolf Zacher pfeift das Camp in den Schlaf und singt (ein paar Takte) Caruso – magische Präsenz, wenn auch nur für einige Sekunden. Und: Thorsten Legat schnappt sich nach bestandener Dschungelprüfung den “doppelten Eggspresso” mit pürierten Gammel-Eiern, den Helena verweigert hatte, und kippt ihn beim Abgang einfach so weg – Motto: Was geht los da rein…

Bester Moderatoren-Spruch?

Irgendwie fällt uns diesmal keiner ein.

Schönster Moment?

Die verstörendste Szene vom Vortag wird aufgelöst: Nachdem Ricky sein Team überzeugt hatte, trotz des Einzugs der Bewohner des anderen Camps das bei der Prüfung gewonnene Essen nicht zu teilen (“Die haben doch Bohnen und Reis”), wird Sophia Wollersheim schwach (“Ich kann das nicht”), und alle anderen folgen ihren Beispiel und geben etwas von ihrer Portion ab.

Peinlichster Moment

“Ich hab’ schließlich beim Fernsehen gearbeitet”: Helena fühlt sich trotz blamabler Leistung in der Dschungelprüfung Thorsten überlegen und versucht, den Fußballer mit irrer Rhetorik mundtot zu machen. Wer noch zweifelte, ob die Fürst die Camp-Hexe der Staffel sein wird, hier war der Beweis. Eine aufgeblasene, kaputte Angeberin ohne was dahinter. Ein Charakter, wie für den Dauerzoff geschaffen – oder gescripted. Das wird noch spannend.

Wer muss zur nächsten Dschungelprüfung?

Helena, wer sonst.

Der #ibes-Tweet des Tages?

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Alle Kommentare

  1. Ich frage mich immer wieder, warum ernstzunehmende Journalisten sich nicht nur auf der Meta-Ebene, sondern tatsächlich “inhaltlich” mit diesem Trash auseinandersetzen und dann auch noch in die Hetze gegen einzelne Insassen mit einstimmen (“aufgeblasene Angeberin”, “dieser Gabriel […] eine Zumutung”).

    Gerade Medienjournalisten sollten sich doch jederzeit darüber im Klaren sein, dass es sich um ein durchgescriptetes Format handelt, das durch Schnitt und Regieanweisungen in jede beliebige Richtung verdreht werden kann.

    Wenn ich sage, dass mir jeder leid tut, der in den Dschungel geht, weil er auf die Gage verdammt noch mal angewiesen ist, dann klingt das vielleicht herablassend, obwohl es nicht so gemeint ist. Wenn ich außerdem sage, dass ich mich über jeden Kandidaten freue, der nach kürzester Zeit das Geld mitnimmt, ohne die vom Sender erhoffte Gegenleistung gebracht zu haben – dann kommt das wirklich von Herzen!

  2. Aber sonst geht´s euch noch gut!?

    “Dieser Gabriel mit seinen Anzüglichkeiten und den schmuddeligen Bemerkungen war eine Zumutung für die Zuschauer. ”
    ..
    “…der beste Weg, dem Dschungelcamp seinen intellektuellen Reiz zu nehmen.”

    “Der Sender verspielt seinen Kredit bei anspruchsvollen Fans, …”

    Interessant, dass wir den Urheber dieses Artikels nicht erfahren. Der “anspruchsvolle” Fan will sich wohl nicht outen…

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