Partner von:
Anzeige

2016 – das Jahr in dem Netflix zur TV-Weltmacht aufsteigt

TV-Weltmacht Netflix
TV-Weltmacht Netflix

Klassische TV-Sender müssten es eigentlich mit der Angst zu tun bekommen. Gerade hat Streaming-Pionier Netflix verkündet, sein Angebot in mal eben 130 weiteren Ländern zu starten. Bisher war Netflix in „nur“ 60 Ländern präsent. 2016 wird Netflix zudem 31 neue Serien sowie Dutzende Filme und Dokus veröffentlichen. Das Ausmaß der Expansion ist beeindruckend.

Anzeige

„House of Cards“ Staffel 4 (läuft in Deutschland wegen Alt-Verträgen zuerst auf Sky), „Daredevil“ Staffel 2, „Unbreakable Kimmy Schmidt“ Staffel 2, „Bloodline“ Staffel 2, „Marco Polo“ Staffel 2, „Fuller House“ (Comedy), „BoJack Horseman“ Staffel 3m, „The Get Down“ (Musik-Serie über das New York der 70er Jahre), „Marvel’s Luke Cage“ (Superhelden Serie), „Marseille“ (französische Serie mit Gerard Depardieu als Bürgermeister), „Orange is the new Black“ Staffel 4, „The Ranch“ (Comedyserie mit Ashton Kutcher und Debra Winger), „Stranger Things“ (Mystery Serie mit Winona Ryder), „War Machine“ (Serie über den Afghanistan-Krieg mit Brad Pitt) außerdem gibt es im Februar mal eben exklusive Fortsetzung des Oscar-prämierten Martial-Arts-Dramas „Tiger and Dragon“ und und und. Das sind nur einige der angekündigten Eigenproduktionen von Netflix für 2016.

Keine Frage: Der „Branchenzwerg“ (turi2 in einer bemerkenswerten Einschätzung) Netflix macht 2016 ernst mit der Strategie auf eigenproduzierte Inhalte und globale Verbreitung zu setzen. Bis auf China ist Netflix nun in fast jedem Land der Welt zu sehen, in 21 Sprachen. Mit knapp 10 Euro für das HD-Streaming in Deutschland, keinen Mindestlaufzeiten und exzellenter Technik präsentiert sich Netflix zudem überaus kundenfreundlich. Andere Streaming-Anbieter versuchen Schritt zu halten aber Netflix ist hier besser aufgestellt als die meisten. Allenfalls Amazon kann mit seinem Prime Video Dienst noch mithalten, was die Eigenproduktionen betrifft.

Während ein Sender wie RTL maximal zwei bis drei aufwändige fiktionale Eigenproduktionen pro Jahr an den Start bringt und sich wundert, dass eine hochwertige Serie wie „Deutschland 83“ kein Quotenrenner wird, startet Netflix mal eben 31 neue Serien! Der Vergleich ist freilich unfair. Die Amerikaner genießen die Vorteile eines reinen Digital-Unternehmens: weltweite Verbreitung, sehr geringe Distributionskosten, Einblick in Nutzer-Vorlieben dank Datenanalyse.

Das Kerngeschäft von linearem TV dagegen: teure und limitierte Distributionswege (Kabel, Satellit), regionale Verbreitung, der Nutzer als Black-Box da Feedback nur über Einschaltquotenmessung erfolgt.

Anzeige

Weil Netflix und Amazon aber (bisher) noch weitgehend auf Werbung verzichten, spüren die TV-Sender den Aufstieg der Streaming-Portale noch nicht in ihren Bilanzen, weil TV-Werbung immer noch den Löwenanteil der Umsätze ausmacht. Dies führt bisweilen zu einer eklatanten Fehleinschätzung über die möglichen Umwälzungen im TV-Geschäft durch die Digitalisierung.

Was noch uneingeschränkt funktioniert im traditionellen TV sind Events wie Sport oder Shows sowie Trash. Noch. Netflix rüstet auch hier auf und kündigt für 2016 erste Talkshows an („Chelsea Handler Talk Show“). Für Deutschland dürfte das zwar noch keine große Rolle spielen – zeigt aber, dass Netflix gewillt ist, sich nicht auf Dokus, Serien und Filme zu beschränken.

Die hiesigen Privat-TV-Anbieter sehen sich also von zwei Seiten bedroht: Auf der einen Seite starten Netflix und Amazon eine beispiellose Offensive mit hochwertigen, fiktionalen Exklusiv-Inhalten. Auf der anderen Seite stehen die finanziell üppigst ausgestatteten öffentlich-rechtlichen Sender, die teure Sport-Rechte an sich binden und viel deutschsprachige Fiktion teuer produzieren. Die Privaten TV-Anbieter befinden sich mittel- bis langfristig in einer unkomfortablen Lage. Sie können nicht wollen, dass ihnen am Ende nur der Trash bleibt …

Keine Neuigkeiten aus der Medien-Branche mehr verpassen: Abonnieren Sie kostenlos die MEEDIA-Newsletter und bleiben Sie über alle aktuellen Entwicklungen auf dem Laufenden.

Anzeige

Mehr zum Thema

Anzeige
Anzeige

Alle Kommentare

  1. Hm. Bei den Artikeln von Stefan Winterbauer ist mir nie ganz klar, ob das Kommentare oder Berichte sind. So auch bei diesem.

  2. Das ist in der Tat eine deutsche Eigenart des Journalismus, Kommentar, “objektive” Berichterstattung, Meinung und oft auch PR in einem Brei zu vermischen. Ich habe das Gefühl, dass dieser “Tendenz”-Journalismus in den vergangenen Jahren zugenommen hat. Jeder Journalist fühlt sich immer gleich berufen, die Welt zu erklären und deuten zu wollen – am besten noch den Weg zum Licht zu zeigen… Vielleicht sollte da einmal eine neue Art der eigenen Zurückhaltung den Weg in die Medien finden – einfach “nur” mal informieren. Für die eigene Meinung gibt’s eben die Rubrik des Kommentars, dafür ist diese da.

    1. Wie Ihnen auffallen mag, gibt es bei uns keine Rubrik “Kommentar”. Bei unseren Beiträgen muss stets mit Meinungen und Einordnungen gerechnet werden. Also: vorsicht! Das hat übrigens weder mit “Tendenz-Journalismus” (was soll das sein?) oder PR etwas zu tun.

      1. Genau das ist ja ein prägendes Beispiel mit Meedia, als relativ neuem Medium (das ich übrigens viel lese) – da gibt es erst gar keine Rubrik “Kommentar” mehr. Tendenz-Journalismus bedeutet, dass über Ereignisse so berichtet wird, dass es zum Credo des Mediums “passt”. Das gab es schon immer – ich habe aber das Gefühl, dass diese Art des Berichtens leider in sehr polarisierender Weise zunimmt. Da werden die Augen vor Geschehnissen zugemacht im Sinne von: Was ich nicht sehe, gibt es auch nicht! Alte Kindertaktik… Funktioniert aber nicht – wie jeder und jede als Kind wohl selbst oft genug festgestellt hat.

  3. Eine gute informative Meldung, wobei vieles natürlich nur an der Oberfläche kratzt.

    Zum Beispiel ist der Netflix Content bis auf die Eigenproduktion non-exklusiv auf der Plattform und bei vielen anderen auch abrufbar, was beim Fernsehen komplett anders ist. Die Preise für Contentlizenen im digitalen Bereich sind teilweise um das 100fache günstiger als eine TV Lizenz – Programm ist schlicht und ergreifend teuer + natürlich wie schon die angesprochene teure Distribution. Und so weiter – da gibt es 1000de Gründe und eine tiefe Analyse wäre sicherlich interessant, gerade auch für die Meedia Leser.

    1. Sehr richtig. Und dann ist es ja auch Zeitgeist, gegen “die finanziell üppigst ausgestatteten öffentlich-rechtlichen Sender” zu polemisieren. Und die Preise bei Sport-Rechten machen eben genau jene kaputt, denen jetzt angeblich nur der Trash bleibt. Trash übrigens, den die Privaten ja bewusst produzieren, um im Rattenrennen um gute Quoten zu punkten. Das heißt natürlich nicht, dass die ÖR einfach alles richtig machen. Aber der Autor muss sich schon gefallen lassen, dass er besser und ausgewogener “berichtet” oder vielleicht doch “kommentiert”!

  4. “Während ein Sender wie RTL maximal zwei bis drei aufwändige fiktionale Eigenproduktionen…” – die aber fast immer peinlich sind. Comedyserien gibt es ja ein paar gute aus Deutschland (“Alles Atze” z. Bsp.), aber sowas diese teuren Dinger, die wie reiner Bombast beworben werden, wie “Der Tunnel” und der ganze Rest,…bäh!

  5. Aber sind wir mal ehrlich. Sie haben es auch verdient! Der Content lässt schon lange zu wünschen übrig gefühlt seit den 90zigern. Dazu alle paar Minuten dicke Werbepausen und dieser HD+ quatsch der dem Nutzer alles mögliche vorschreibt. Also von mir kein Mitleid 🙂

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Werben auf MEEDIA
 
Meedia

Meedia