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Amazon wird auch an Heiligabend bestreikt

Erneuter Streik bei Amazon

Amazon-Beschäftigte in Leipzig haben am Mittwoch am dritten Tag hintereinander die Arbeit niedergelegt. 450 Kollegen hätten sich an dem Ausstand beteiligt, teilte die Gewerkschaft Verdi mit. Auch an Heiligabend wird der Streik fortgesetzt. Die Dienstleistungsgewerkschaft fordert die Anwendung des Tarifvertrages für den Einzel- und Versandhandel bei Amazon, was das Unternehmen ablehnt. Es rechnet sich selbst zur Logistikbranche.

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Der Gewerkschaft zufolge häufen sich bei den Kunden Meldungen, wonach bestellte Ware nicht mehr zu Weihnachten lieferbar sei. Von Amazon gab es zu diesen Angaben zunächst keine Stellungnahme.

In dem zähen Konflikt um einen Tarifvertrag bei Amazon setzt Verdi-Chef Frank Bsirske nun darauf, den Branchenkontrakt für allgemeinverbindlich zu erklären. „Ein schneller Durchbruch zu tarifvertraglichen Vereinbarungen ist auch nach zweieinhalb Jahren nicht in Sicht“, sagte Bsirske der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. „Wir und die Beschäftigten werden den Druck aufrechterhalten“, kündigte der Verdi-Chef an. „Ein weiterer Anker ist für uns die Allgemeinverbindlichkeit des Tarifvertrags im Einzelhandel“.

Verdi sei bereits in Verhandlungen unter anderem über eine neue Entgeltstruktur, erläuterte er. „Wenn es da im Lauf der nächsten Monate zu einem Ergebnis kommt, ist das Thema der Allgemeinverbindlichkeitserklärung auf der Tagesordnung.“ Regelungen eines Tarifvertrages einer Branche gelten für alle Beschäftigten dieser Sparte, wenn das Bundesarbeitsministerium ihn für allgemeinverbindlich erklärt. Das gilt dann auch für jene, die in nicht tarifgebundenen Unternehmen arbeiten.

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