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Großes Portrait: Die New York Times über die Missionen des Mr. Böhmermann

Ganz allgemein gilt im deutschen Showbiz: Wer ein Portrait in der New York Times bekommt, der hat es geschafft. So war der Niedergang von „Wetten, dass..?“ erst dann amtlich, als selbst die New Yorker über die „seltsame“ ZDF-Show schrieben (allerdings bekam auch Cindy aus Marzahn bereits eine NYT-Beachtung). Am Wochenende widmete die Zeitung mal wieder einer deutschen TV-Persönlichkeit ein Stück: Jan Böhmermann.

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Über diesen Artikel in der besten Zeitung der Welt wird sich der Bremer sehr freuen. Besonders kritische Sätze sucht man in dem Stück vergebens. Stattdessen stellt die Autorin Alison Smale „Mr. Böhmermann“ als einen Mann mit einer klaren Sender-Mission vor: Die junge Zielgruppe vom Web wieder für das Fernsehen zu begeistern.

Bei der Suche nach einer persönlichen Aufgabe, die den Polizistensohn antreibt, tat sich Smale schon schwerer. Wenn es so etwas wie eine „Mission“ bei Böhmermann geben würde, wenn er sich denn überhaupt ernst genug nehmen würde, dann wäre es eine Rückbesinnung auf den verlorenen jüdischen Humor und die Entertainment-Klasse aus dem Berlin der Vorkriegszeit. Smale zeigt in ihrem Stück sehr klar, wie sehr Böhmermann sich noch immer auch mit der Nazi-Zeit, dem Holocaust und der deutschen Schuldfrage auseinander setzt.

Zudem lobt sie den Entertainer natürlich noch einmal ausgiebig für Varoufake und seinen Verdienst beim Versuch, das Web und die Fernsehunterhaltung näher zueinander zu bringen. Immerhin sei er mit dem „Zwillings-Wissen“ über Computer und Humor ausgestattet. „Wir sind die letzte Generation von Fernsehmachern, die noch mit einem Bein im TV und nur mit dem anderen im Web stehen“, zitiert die New York Times „Mr. Böhmermann“. Das Portrait endet mit dem wunderbaren Statement: „Ich wollte immer nur TV machen. Das war mein absoluter Traum“. So gesehen lebt der Bremer einfach nur seinen Traum.

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