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Til Schweiger über Naidoo-Shitstorm: „Was die Leitmedien abziehen, ist eine Form von Terrorismus“

"Billig initiierter Presse-Shitstorm": Til Schweiger kämpft für Xavier Naidoo Foto: dpa

Erst der Shitstorm, jetzt ein Lovestorm solidarischer Promis: Til Schweiger und Michael Mittermaier bekunden auf Facebook ihr Mitgefühl für Xavier Naidoo und finden zahlreiche Unterstützer. Nach der Absage des NDR mehrt sich die Kritik am Verhalten des Senders.

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In schweren Zeiten tut es gut, wenn man Freunde zur Seite hat. Das gilt auch für Prominente und derzeit ganz besonders für den Sänger Xavier Naidoo. Der war eigentlich in der vergangenen Woche nominiert worden, um Deutschland beim ESC 2016 zu vertreten. Auf die Ankündigung des NDR folgte dann ein veritabler Shitstorm, der dem Sänger Antisemitismus, Homophobie und sonstiges rechtes Gedankengut vorwarf. Kaum hatte die Wut im Netz ihren Höhepunkt erreicht, folgte die Absage. Xavier Naidoo darf doch nicht fahren.

Nach der Absage, dürften sich die empörten Kritiker entspannt zurücklehnen. Doch nicht jeder findet die Entscheidung des NDR richtig, jetzt doch auf den Sohn Mannheims zu verzichten. Und nicht nur zahlreiche Nutzer in den sozialen Netzwerken melden sich zu Wort und kritisieren die Entscheidung. Auch viele Prominente bekunden ihre Solidarität zu Naidoo. Besonders Til Schweiger findet deutliche Worte.

Michael Mittermaier war der Erste, der sich öffentlich zu Naidoo bekannte. Das war allerdings bevor der NDR seine Entscheidung bekannt gab. Auf seiner Facebook-Seite veröffentlichte der Comedian ein Foto. Auf dem Selfie grinst nicht nur Mittermaier, sondern auch die Sänger Sasha, Rea Garvey und Xavier Naidoo. Mittermaier macht deutlich, was er über den Shitstorm denkt: „Es ist unglaublich, mit welcher Hetze Xavier durch die Presse getrieben wird, weil er nun für uns beim ESC antreten soll“, schreibt der Comedian. Viele Journalisten sollten sich schämen, in Dauerschleife ein paar Zitate abzuschreiben, meint Mittermaier weiter. Keiner hätte das Recht, einen Musiker zu hassen, der ihn nicht kenne.

Es tut mir leid mein Freund … Xavier, keep on…Tja, schade dass ein billig initiierter Presse-Shitstorm ausreicht,…

Posted by Michael Mittermeier on Samstag, 21. November 2015

Und auch nachdem bekannt wurde, dass Naidoo Deutschland nun doch nicht beim ESC vertreten solle, kommentiert Mittermaier in einem neuen Posting: „Es tut mir leid mein Freund.“ Es sei schade, dass ein „billig initiierter Presse-Shitstorm“ ausreiche, damit der NDR einknicke. Mittermaier erfährt unter seinen Facebook-Veröffentlichung viel Zustimmung. Dennoch gibt es auch kritische Stimmen. So versteht Nutzer Björn U., dass Mittermaier ihn verteidige, doch bei der Reaktion auf die Naidoo-Nominierung handele es sich nicht um einen Presse-Shitstorm. Denn „nur wenn man jemanden mit seinen Aussagen, die wohldokumentiert sind, konfrontiert, ist das keine Hetze.“ Immerhin 1034 Personen klicken bei diesem Kommentar auf „Gefällt mir“. 

Lieber Michael, deinem Text kann man eigentlich nichts mehr hinzufügen…ausser vielleicht, dass auch ich erschüttert…

Posted by Til Schweiger on Freitag, 20. November 2015

Auf das von Mittermaier veröffentlichte Foto mit Naidoo reagiert auch Schauspieler Til Schweiger. Der findet auf Facebook deutliche Worte: „Was hier gerade von sogenannten Leitmedien abgezogen wird, das ist eine Form von Terrorismus!“ Unter dem Posting tobt dann auch die Diskussion zwischen einigen Schweiger-Kritikern und vielen, die seine Position teilen.

Auch der Betroffene hat sich auf Facebook zu Wort gemeldet, allerdings weitaus zurückhaltender, als das die Kollegen tun. Für ihn sei die Entscheidung ok, so Naidoo: „Meine Leidenschaft für die Musik und mein Einsatz für Liebe, Freiheit, Toleranz und Miteinander wird hierdurch nicht gebremst.“ Über 116.000 Personen gefällt das.

Auch viele Medien kritisieren inzwischen die Entscheidung des NDR. Selbst innerhalb des Senders regt sich Kritik. Auf Open Petition haben sich mittlerweile rund 7.000 Menschen zusammen gefunden, die die Entscheidung des NDR rückgängig machen wollen.

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