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Vox-Serie „Club der roten Bänder“: smarte Mischung aus Teenie-Serie und Krankenhaus-Soap

Der "Club der roten Bänder" ist für die "Beste Serie" beim Deutschen Fernsehpreis nominiert

Bei dem Gedanken an deutsche Teenager-Serien dürften den meisten Fernsehzuschauern Sendungen wie „Schloss Einstein“ oder „Fabrixx“ einfallen – nicht unbedingt Produktionen, die durch ihren Tiefgang auffallen. Das wird sich ab dem heutigen Montag ändern: Denn die neue Vox-Serie „Club der roten Bänder“ erzählt mit viel Fingerspitzengefühl und Humor die Geschichte von sechs todkranken Jugendlichen.

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Jonas ist 17 Jahre alt, Skater und frisch verliebt. Eigentlich wirkt er wie ein ganz normaler Teenager, doch Jonas’ Leben ist alles andere als normal – denn der Junge leidet an Krebs und muss sich im Krankenhaus ein Bein amputieren lassen. Auf der Kinder- und Jugendstation der Klinik angekommen, trifft er seinen Zimmernachbarn Leo, der ebenfalls an Krebs erkrankt ist und genau wie Jonas bereits ein Bein verloren hat, sowie die schwer magersüchtige Emma. Gemeinsam mit Alex, der an einem Herzfehler leidet, Toni (Asperger-Syndrom) und Hugo, der nach einem Sprung vom 10-Meter-Turm im Schwimmbad seit zwei Jahren im Koma liegt, gründen sie eine Clique: Als Erkennungszeichen legen sie sich rote OP-Armbänder an und gründen den „Club der roten Bänder“.

Mit wahren Erlebnissen in neue TV-Welten

Mit dieser Serie wagt sich Vox in neue TV-Welten: Bislang setzte der Privatsender vor allem auf altbewährte, teils gescriptete Erfolgsformate wie „Das perfekte Dinner“, „Shopping Queen“ oder „Mieten, kaufen, wohnen“ und war nicht unbedingt für seine Experimentierfreude im Fiction-Bereich bekannt. Mit „Club der roten Bänder“ wagt sich Vox nun an eine Adaption aus Spanien. Die Serie basiert auf den wahren Erlebnissen von Albert Espinosa, in seinem 2008 erschienenen Debütroman „El mundo amarillo“ („Glücksgeheimnisse aus der gelben Welt“) beschreibt der katalanische Autor, Schauspieler und Regisseur autobiografisch seine Jugend, die vom Kampf gegen den Krebs geprägt war. Als Drehbuchautor und Co-Produzent brachte Espinosa die Geschichte rund um sechs Jugendliche mit der Serie „Polseres Vermelles“ im Jahr 2011 auch ins spanische Fernsehen; bis heute wurde sie in 13 Ländern adaptiert und in 18 Ländern ausgestrahlt.

Coming of Age im Krankenhaus

Vox selber bezeichnet sein neues Machwerk als „Dramedy“ – und tatsächlich ist „Club der roten Bänder“ eine smarte Mischung aus Teenie-Serie und Krankenhaus-Soap. Gekonnt verknüpft die Serie Humor mit Ernsthaftigkeit und verlegt dabei ganz alltägliche Teenie-Dramen in das bedrückende Setting des Krankenhauses. Alles ist dabei: Rivalität, Stress mit den Eltern, zarte Romantik. Dabei wird die Serie weder zu albern noch zu traurig oder zu kitschig – trotz der allgegenwärtigen Angst und Verzweiflung der sechs jungen Protagonisten. Dafür sorgt vor allem ihre jugendliche Leichtigkeit: Sie stellen sich knallharte Fragen zu ihrem Gesundheitsstand und foppen sich mit Krankheitssymptomen (Leo zu der magersüchtigen Emma: „Du hast ja schon 100 Gramm zugenommen. Nicht, dass du den Mädchen auf deiner Station alles wegfrisst“).

„Club der roten Bänder“ ist eine sensibel erzählte Coming of Age-Geschichte, mit der sich Vox nahtlos in den Herbst/Winter-Trend dieses Jahres einreiht: Deutsche Fernsehsender beweisen, dass auch sie das Potenzial für hochwertige Serienstoffe haben. RTL hat sein „Deutschland 83“, beim Spartenangebot TNT Serie läuft „Weinberg“ und das ZDF bringt „Morgen hör ich auf“ mit Bastian Pastewka an den Start – horizontale Geschichten, die sich keineswegs (mehr) verstecken müssen. Ganz offensichtlich markiert 2015 eine Kehrtwende in der deutschen Serienproduktion.

Die erste Staffel „Club der roten Bänder“ besteht aus 10 Episoden und wird jeden Montag um 20.15 Uhr bei Vox ausgestrahlt.

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