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Nach umstrittener Pegida-Rede: Pirincci erwirkt einstweilige Verfügung gegen B.Z.

Der nächste Schritt im Kampf von Akif Pirincci gegen die Medien: Nachdem der Autor in der vergangenen Woche noch versuchte, die Fehlinterpretationen seiner Pegida-Rede via Unterlassungserklärungen und Widerrufe einzufangen, erwirkte sein Anwalt gegen die B.Z. nun eine einstweilige Verfügung.

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In seiner Entscheidung vom gestrigen Mittwoch, untersagt das Landgericht Hamburg der Boulevardzeitung „zu behaupten und/oder zu verbreiten und/oder behaupten und/oder verbreiten zu lassen: „Gastredner Akif Pirincci rief sogar nach KZs““. Bei Zuwiderhandlung setzten die Richter ein Ordnungsgeld von 250.000 Euro fest.

Nach seiner umstrittenen Rede während der Pegida-Demonstration vor zweieinhalb Wochen, hagelte es Kritik an Pirincci. Vor allem an einer Passage, in der von Konzentrationslagern die Rede war, entzündete sich der Protest. Pirincci fühlt sich falsch verstanden und zitiert und geht seitdem juristisch gegen eine Vielzahl von Medien vor.

Nach Einschätzung seines Anwaltes, Joachim Steinhöfel, hätten einige Redaktionen die Rede in „rechtswidriger Weise entstellt“. Weiter heißt es in einer Pressemitteilung: „Herrn Pirincci wurde dabei unterstellt, er habe für die Wiedereröffnung von Konzentrationslagern zur Bewältigung der Flüchtlingskrise plädiert. Das Gegenteil ist richtig. Tatsächlich äußerte er überspitzt-sarkastisch seine Sorge, dass sie wieder eröffnet werden könnten, und zwar gegen ‚Fremdenfeinde‘.“

Die Reaktionen der betroffenen Medien fallen höchst unterschiedlich aus. So soll der NDR seine Berichterstattung korrigiert und um Entschuldigung gebeten haben, die Leipziger Volkszeitung und die Hannoversche Allgemeine veröffentlichten Widerrufe. Das ZDF soll dagegen eine Unterlassungserklärung abgegeben haben, während die Zeit online eine Richtigstellung veröffentlichte und Spiegel Online sich korrigierte.

Die B.Z. ignorierte bislang die Korrektur-Gesuche des Autors. Wie sich die Berliner nun verhalten, ist noch nicht klar. Eine Antwort auf eine entsprechende MEEDIA-Anfrage steht noch aus.

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