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Bild.de vs. AdBlocker: YouTuber sperrt sich gegen Springer-Abmahnung

YouTuber Tobis_Tricks kämpfte vor dem Landgericht Hamburg gegen Bild.de

Ein YouTuber kassierte eine Abmahnung, weil er eine Anleitung zur Umgehung der AdBlocker-Blockade von Bild.de online gestellt hatte. Statt klein beizugeben, will er die Unterlassungserklärung aber verweigern und provoziert damit möglicherweise eine Klage. Vergangene Woche setzte Springer eine einstweilige Verfügung in gleicher Sache gegen AdBlock-Betreiber Eyeo durch.

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Seit zwei Wochen hat Bild.de die Türen für AdBlock-Nutzer verriegelt und verrammelt und lässt sie nur noch aufs Angebot zugreifen, wenn die Nutzer den Blocker deaktivieren oder im Gegenzug ein Abonnement abschließen, mit dem sie die Inhalte dann werbefrei konsumieren können. Nach Einführung der Anti-Werbe-Schranke dauerte es nicht lange, bis sich im Netz erste Anleitungen verbreiteten, wie AdBlock-Nutzer die Sperre umgehen könnten. Axel Springer alarmierte seine Juristen, ging gegen AdBlocker-Hersteller Eyeo mit einer einstweiligen Verfügung vor und mahnte unter anderem auch einen YouTube-Nutzer ab, der ein Anleitungsvideo online stellte.

Wie das Techportal Golem.de – das den Fall zuerst aufgriff – berichtete, habe Springer den YouTuber zu einer Unterlassungserklärung aufgefordert und wolle zusätzlich eine Kostenübernahme in Höhe von 1.800 Euro durchsetzen. Den Forderungen will der Betreiber des Channels namens Tobis_Tricks jedoch nicht nachkommen. Damit provoziert er weitere rechtliche Schritte seitens des Verlages.

Axel Springer, die sich auf Nachfrage zum konkreten Fall nicht äußern wollen, setzten Ende vergangener Woche bereits eine einstweilige Verfügung gegen die AdBlock-Plus-betreibende Eyeo GmbH durch. Die Kölner betreiben User-Foren, in denen Anleitungen wie diese von Tobis_Tricks weiterverbreitet worden sind. Ein Springer-Sprecher stellte gegenüber MEEDIA klar: „Wer zur Umgehung von BildSmart beiträgt – also die Umgehung unseres Schutzmechanismus befördert –, der handelt rechtswidrig.“ Das Statement legt nahe, dass Springer also auch weiter gegen das YouTube-Video vorgehen wird. Allerdings hat Betreiber Tobi es trotz großer Ankündigung, keinen Gehorsam leisten zu wollen, das Video offenbar bereits gelöscht.

(ms)

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