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„Hat der Star keine Lust mehr, müssen die Mitarbeiter ihre Koffer packen“: DJV kritisiert Jauch-Entlassungen

Was haben Günther Jauch und Stefan Raab gemeinsam? Sie gehören zu den großen TV-Job-Vernichtern des Jahres. Mit dem Fernseh-Rückzug von Raab gingen bereits 80 Kündigungen bei seiner Produktionsfirma Brainpool einher. Wie die Bild am Sonntag nun berichtet, verlieren auch alle festangestellten Mitarbeiter von „Günther Jauch“ ihren Arbeitsplatz. Nach Meinung des Deutschen Journalisten Verbandes, lasse sich mit diesem „vorherrschenden Prinzip des Hire & Fire“, auf „Dauer keine Spitzenqualität produzieren“.

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Bei Günther Jauch sollen insgesamt bis zu 80 Stellen betroffen sein. „Die Mit­ar­bei­ter­ver­träge sind an den Pro­duk­ti­onsver­trag gekop­pelt und lau­fen regu­lär zum Jah­res­ende aus“, zitiert die BamS eine Spre­che­rin von i&u TV. Die Pro­duk­ti­ons­firma beschäf­tigt in Ber­lin 16 Mit­ar­bei­ter. Insgesamt arbeiten für die Talkshow rund 80 Leute, die überwiegend freiberuflich oder im Auftrag von Dienstleitern im Ein­satz sind.

Seine RTL-Sendungen („Wer wird Mil­lio­när“, „5 gegen Jauch“, „Die Zwei“) will Jauch allerdings wei­ter mode­rie­ren.

Im Bezug auf die Entlassungen bei i&u fordert der DJV nun von den Geschäftsführungen der TV-Produktionsfirmen, ihre Mitarbeiter auch mit fairen Arbeitsverträgen auszustatten: „Die Realität sieht leider so aus, dass die beruflichen Perspektiven der Mitarbeiter untrennbar verknüpft sind mit der Lebensdauer der Talkshow oder Unterhaltungssendung, für die sie arbeiten. Wenn der Star keine Lust mehr hat oder die Sendung ins Quotental sinkt, können die Mitarbeiter die Koffer packen. Das geht nicht“, kommentiert der DJV-Bundesvorsitzender Michael Konken.

Update (16.32 Uhr):
Der Deutsche Journalisten-Verband hat seine Mitteilung zur Hire & Fire-Mentalität bei TV-Produktionsfirmen aktualisiert und die Produktionsfirma i&u TV von Günther Jauch von der geäußerten Kritik ausgenommen. Der Verband rudert nun zurück: „Die Verträge mit den Mitarbeitern dieses Unternehmens waren von Anfang an zeitlich bis Ende 2015 befristet. Einige der festangestellten Jauch-Mitarbeiter haben inzwischen neue Arbeitsplätze gefunden.“ Weiter heißt es: „Im Übrigen hält der DJV an seiner Forderung nach angemessener Bezahlung und beruflicher Planungssicherheit für die Beschäftigten von TV-Produktionsfirmen fest.“

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