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Ex-BR-Fernsehdirektorin Reitz sagt: „Die Jugend ist für das öffentlich-rechtliche Fernsehen verloren“

Die ehemalige BR-Fernsehdirektorin Bettina Reitz

Vor ihrem Amtsantritt als Präsidentin der Münchner Filmhochschule übt Bettina Reitz, zuletzt Fernsehdirektorin des Bayerischen Rundfunks, in der Zeit harte Kritik an ARD und ZDF. Wegen harter Sparmaßnahmen hätten die ARD Anstalten und das ZDF entscheidende Schritte in die Zukunft verpasst.  

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„Die Jugend ist inzwischen längst von amerikanischen Angeboten ‚erzogen‘ worden – und das öffentlich-rechtliche Fernsehen hat sie verloren“, sagt Reitz in der Zeit. Die Einbindung der Jugend sei eine „gesamtgesellschaftliche Aufgabe, der sich die Sender und die Politik gemeinsam hätten stellen müssen“.  Auf die Frage, weshalb das nicht geschehen sei, sagt Reitz: „Man sollte die Kleinteiligkeit der Entscheidungen in einem Hörfunk- und TV-System wie der ARD nicht unterschätzen. Jeder agiert nach seinen Interessen, es gibt keine Gesamtstrategie.“

 Auch die zunehmende Spaltung zwischen jungen und alten Mediennutzern sei besorgniserregend: „Wird der Abgrund nicht überbrückt, dann wird das System auseinanderbrechen. Dann wird es ein Seniorenfernsehen geben, namens Das Erste und ZDF – und ein digitales Angebot.“ Die Entwicklung des Fernsehens hat für Bettina Reitz, die mit Regisseuren wie Michael Haneke, Christian Petzold und Doris Dörrie arbeitete, auch Konsequenzen für das deutsche Kino. „Sie bedeutet, dass sich das Kino und die Serien andere Unterstützer neben dem öffentlich-rechtlichen und dem privaten Fernsehen suchen müssen. Etwa Pay-TV und andere Anbieter wie Netflix oder Amazon.“

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