Anzeige

„Humor versagt“: bento lässt Twitter-Account „bento is hip“ sperren – wegen Flüchtlings-Witz

Das neue Jugendportal bento

Der neue Jugendableger bento von Spiegel Online hat bei Twitter die Sperrung des Satire-Accounts „bento is hip“ veranlasst. Grund war laut Angaben von bento eine „Kurzschlussreaktion“ wegen eines Witzes zum Thema Flüchtlinge.  

Anzeige

„Flüchtlingsheime anzünden: Wir haben den neuen Ekel-Trend probiert“ twitterte der Account @bento_is_hip. Die Betreiber des Accounts machten sich mit parodistischen Tweets durchaus gelungen über den Stil des neuen Jugendportals bento von Spiegel Online lustig. Die Redaktion von bento meldete den Satire-Account bei Twitter und der Kurznachrichtendienst veranlasste eine Sperrung. Twitter und andere Social Media-Netzwerke wie Facebook waren in der jüngeren Vergangenheit teils massiv kritisiert worden, nicht entschlossen genug gegen rassistische Äußerungen vorzugehen. Nun war der Tweet von @bento_is_hip zwar eindeutig als Satire zu erkennen, trotzdem wurde der komplette Account von Twitter gesperrt.

Die bento-Redaktion veröffentlichte im Anschluss folgende Stellungnahme und bezeichnete die Meldung des Satire-Accounts als „Kurzschlussreaktion“:

„Manche nennen das jetzt humorfrei. Sie haben vielleicht Recht. Bei dem Tweet hat unser Humor versagt. Das kann man jetzt unsouverän finden, uncool, dämlich – und wahrscheinlich würden wir an jedem anderen Tag zustimmen.“

Gezeichnet ist die Erklärung von „Ole und Frauke“, den beiden bento-Redaktionsleitern Ole Reißmann und Frauke Lüpke-Narberhaus.

Jan Georg Plavec hat für die Stuttgarter Zeitung zu dem Vorfall geschrieben und einige der Tweets von @bento_is_hip dokumentiert:

Bei Twitter wird nun viel Kritik an bento dafür geäußert, dass man den eigenen Parodie-Account sperren ließ. Einer der beiden Betreiber von @bento_is_hip erklärt via Twitter, dass man den kritisierten Tweet auf Anfrage auch gelöscht hätte:

Später reagierte bento-Redaktionsleiter Ole Reißmann nochmals via Twitter auf die Kritik und wiederholte die Begründung, es habe sich um einen „Kurzschluss“ gehandelt. Außerdem nahm er Bezug auf das beliebte Satire-Portal „Der Postillon“:

Offenbar ist man bei bento selbst nicht ganz darüber im Klaren, ob man zur Meldung von @bento_is_nun stehen soll oder nicht …

Und wie das so ist in diesem Social Web: Kaum ist der eine Witz-Account dicht gemacht, taucht der nächste auf. Vorhang auf für @bento_ist_cool:

(swi)

Anzeige