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„Ryanair befördert Flüchtlinge ohne Visa“: Wie die dpa auf eine Fake-Pressemitteilung herein fiel

Die dpa ist auf eine falsche Meldung hereingefallen.

Die Deutsche Presseagentur hatte an diesem Mittwoch berichtet, dass die Billig-Airline Ryanair zukünftig Flüchtlinge ohne Visa transportieren wolle. Ein Handeln, das hohe Geldstrafen bedeuten würde. Doch wenig später ruderte die dpa zurück – die Meldung war falsch. Offenbar fielen die Redakteure auf eine Fake-Pressemitteilung herein.

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Zahlreiche Medien griffen die Meldung auf. Darin hieß es, die Airline wolle ab dem 12. Oktober Flüge aus Griechenland, der Slowakei, Montenegro und Ungarn auf dem Weg nach Deutschland, Belgien, Dänemark, Frankreich sowie Italien und Spanien ohne Visakontrollen abheben lassen. Dies würde Ryanair pro Passagier 3.000 Euro Strafe kosten. Weiter zitierte die dpa den Marketingchef Kenny Jacobs, dass man diese Kosten „mit Stolz“ tragen wolle.

Diese Meldung der dpa ist aber falsch. Ryanair dementierte die Äußerungen, sie seien „vollständig erfunden“. Die dpa zog die Meldung zurück und entschuldigte sich auf Twitter bei ihren Kunden und der Fluggesellschaft.

Die Umstände des Fehlers würden derzeit geprüft, heißt es weiter. Die dpa wolle nach Klärung ausführlicher in ihrem Basisdienst berichten. Dass Agenturen im Zusammenhang mit merkwürdigen Meldungen zu Ryanair stets argwöhnisch sein sollten, liegt auch am Gebaren der Billig-Airline. Deren Chef Michael O’Leary brüstete sich unlängst im Interview, dass er selbst gezielt Falschmeldungen streue, um Aufmerksamkeit auf sein Unternehmen zu lenken und Marketingkosten zu sparen. So habe er Planungen für Benutzungsgebühren für die Bordtoiletten oder Stehplätze in den Jets angekündigt: „Alles frei erfunden.“

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