Anzeige

„Antisemit“, „geldgieriger Zwerg“ – Irrer Facebook-Zoff mit Matthias Matussek landet vor Gericht

Erst kein Job-Glück und dann – angeblich – auch noch Pech mit der Titanic: Matthias Matussek. Und jetzt erklärt das Satiremagazin auch noch, den 62-Jährigen gar nicht kontaktiert zu haben

Ex-Spiegel-Autor und Welt-Kolumnist Matthias Matussek hat einen Publizisten als Antisemiten bezeichnet und sogar den Eindruck erweckt, mit Hilfe seines Auftraggebers Axel Springer dessen Ruf schädigen zu wollen. Nun muss sich Matussek vor Gericht verantworten. Gegenüber MEEDIA legt er noch mal nach und bezeichnet den Kläger u.a. als „geldgierigen Zwerg“.

Anzeige

2014 war kein einfaches Jahr für Matthias Matussek. Der Journalist, ehemaliger Kultur-Chef beim Spiegel und derzeit als Kolumnist der Welt tätig, polarisierte in der Öffentlichkeit mit seinem Ausspruch  „Ich bin wohl homophob, und das ist auch gut so“. Nur wenige Tage später zog er über Journalist Stefan Niggemeier her, nannte ihn“Kartonschädel“, „Trottel“, „aufgeschwemmten Mausepaul“ und „Regenbogen-Haudegen“. MEEDIA schrieb damals: „Matussek braucht das offenbar, um auf Touren zu bleiben. Die ständige Provokation und der Gegenwind sind für einen wie ihn wohl Kick und Selbstbestätigung. Je mehr man ihn beschimpft, desto mehr fühlt er sich im Recht. Die Heiße-Luft-Maschine Matussek nährt sich an den negativen Vibrations. Für ihn ist das pure, konzentrierte Shitstorm-Energie.“

Nun hat eine Provokation Matusseks juristische Folgen. Auf Facebook bezeichnete er in den Kommentarspalten seiner eigenen Seite einen ehemaligen The-European-Kolumnisten und Buch-Autoren als Antisemiten, brachte ihn in Zusammenhang mit Leuten, die „Juden ins Gas“ brüllten. Warum? Unklar. Offenbar auch für den gescholtenen Publizisten, der bis heute keinen persönlichen Kontakt zu Matussek hatte, ihm in der kommenden Woche vor dem Landgericht Hamburg aber zum ersten Mal begegnen könnte.

Denn der Publizist, dessen Veröffentlichungen den Antisemitismus-Vorwurf nicht nähren, hat nach einer Einstweiligen Verfügung auch eine Unterlassungsklage samt Schmerzensgeldforderung gegen Matussek eingereicht, die am 2. Oktober verhandelt werden soll.

Matusseks Einlassungen auf Facebook sind nach Ansicht des Publizisten rufschädigend und ein Angriff auf die Seriosität, auf die er als Autor und Journalist angewiesen sei. Das teilten er und sein Anwalt – nebenbei Vorsitzender der jüdischen Gemeinde Göttingen – mit. Bekräftigt wird die rufschädigende Absicht nach Ansicht des Klägers durch einen weiteren Kommentar Matusseks, den er bei Facebook gegenüber einer Mitdiskutantin fallen ließ: „du weißt wie man bei Springer über Antisemiten denkt…“. Eine Äußerung, die vom Kläger als Drohung aufgefasst wird.

„Wie ein blutrünstiger Parasit …“

MEEDIA hat Matthias Matussek mit den Vorwürfen telefonisch konfrontiert. Seine Antwort: „Er ist ein missgünstiger, geldgieriger Zwerg. Er kann nicht schreiben und nicht recherchieren, weshalb sein Buch wie Blei im Meer untergeht. Deshalb muss er jetzt als Berufskläger auftreten, um Geld zu verdienen. Er ist eine schrille Erscheinung, die wie Kaugummi an meiner Schuhsohle klebt. Mir ist bis eben nicht bekannt gewesen, dass ich einen Termin vor dem Landgericht Hamburg habe. Ich habe bereits vor Wochen über meinen Anwalt mitteilen lassen, dass ich der Unterlassung nachkomme. Dass es nun zu eine​m​ Gütetermin kommt, zeigt, wie geldgierig Herr xy ist. (Name von der Redaktion entfernt) Er ist ein schmutziger Journalist, der Geld will. Sie wissen ja, wie das mit Diskussionen bei Facebook ist. Man argumentiert dort nicht wie an der Universität zur Verteidigung seiner Doktorarbeit, da fliegen die Argumente und Emotionen. Ich habe ihn nicht als Antisemiten bezeichnet. Ich sage lediglich, dass der Eindruck entstehen kann, dass jemand, der sich als islamophil zeigt, weil er islamistische Parolen nicht von sic​h weist, den Eindruck erwecken kann, antisemitische Tendenzen aufzuweisen. Wenn er meint, ich wolle seinen Ruf schädigen, muss mir die Frage erlaubt sein, was für einen Ruf er denn hat? Es ist eher das Gegenteil: Er wollte mich bei meinem Arbeitgeber anschwärzen, er hat sich an mich heran gehängt, um mich zu erledigen, weil er sich an mir und meinen Positionen reibt. Richten Sie ihm aus,​ ​dass er sich nicht an mich heran hängen soll, wie ein blutrünstiger Parasit, der mich heimlich als Vorbild nimmt.​“​

Mehrere Facebook-Nachrichten des Klägers an Welt-Vize Ulf Poschardt, den Matussek in diesem Zusammenhang namentlich erwähnte, blieben unbeantwortet. Auf Nachfrage von MEEDIA heißt es, dass man sich zu laufenden Verfahren grundsätzlich nicht äußere. „Im Übrigen handelt es sich hierbei um eine Angelegenheit, die in keinem Zusammenhang mit den Publikationen von WeltN24 steht. Offizielle Anfragen zu diesem Thema, auf die wir hätten reagieren können, haben die Welt-Chefredaktion nicht erreicht“, so eine Sprecherin.

Anzeige