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Gegen das Vorurteil von der „Lügenpresse“: Stiftungen wollen sich für Qualitätsjournalismus einsetzen

Michael Göring, der Vorstandsvorsitzende des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen

26 Stiftungen und Vereine haben einen Aufruf zum Engagement von Stiftungen für Qualitätsjournalismus verabschiedet. Damit wollen sie die Debatte um Qualitätsjournalismus und Meinungsvielfalt voranbringen und „Lügenpresse“-Vorwürfe entkräften helfen.

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Michael Göring, der Vorstandsvorsitzende des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen und der Zeit-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius, Hamburg: „Wir brauchen kritischen, vielfältigen und sorgfältigen Journalismus für unseren funktionierenden demokratischen Staat. Die fundamentalen Umbrüche der Medienlandschaft und die verschlechterten Arbeitsbedingungen vieler Journalistinnen und Journalisten haben uns aufgerüttelt. Wir wollen dazu beitragen, Meinungsvielfalt zu erhalten.“

Im Aufruf sind vier Felder genannt, auf denen sich Stiftungen für Qualitätsjournalismus bereits engagieren und verstärkt engagieren könnten: Journalisten- und Journalismusförderung, Journalistische Glaubwürdigkeit, Vertrauensmangel adressieren und Wertschätzung erhöhen, Forschung und Bedarfsanalyse.

In dem Aufruf des Stiftungsverbands heißt es wörtlich:

Mit den neuen Chancen im Internet korrespondiert die Erosion bisheriger Geschäfts- und Vertriebsmodelle für journalistische Angebote. Alternative Erlösquellen lassen sich nur schwer erschließen. Die Ressourcen für Qualitätsjournalismus werden knapper. Diese Entwicklung geht mit einer Debatte über den Deutungsanspruch und die Informationsqualität journalistischer Angebote einher.

Notwendig sei eine Vielzahl von Fördermöglichkeiten für freie und festangestellte Journalisten, zum Beispiel Recherchestipendien, Austauschprogramme oder Preise für Qualitätsjournalismus. Stiftungen sollten bei der Förderung der Aus- und Weiterbildung von Journalisten zukunftsorientierte Techniken in den Vordergrund stellen. Stiftungen könnten Experimente fördern, die strukturelle Innovationen in Gang setzen. Strukturelle Innovationen können zum Beispiel in journalistischen Startups erprobt werden.

Stiftungen könnten den Dialog zwischen Medienmachern und -nutzern befördern, Best-Practice-Ansätze unterstützen und Recherchen per Crowdsourcing ermöglichen. Sie könnten Projekte stärken, die nicht nur journalistische Ergebnisse, sondern auch Datensammlungen der Allgemeinheit zur weiteren Nutzung zur Verfügung stellen.

Es mehrten sich die Anzeichen, dass Bürgerinnen und Bürger journalistischen Angeboten pauschal misstrauen („Lügenpresse“). Stiftungen könnten Initiativen entwickeln oder unterstützen, die die journalistische Praxis kritisch begleiten und/oder die Medienkompetenz von Bürgerinnen und Bürgern stärken, insbesondere auch die von Kindern und Jugendlichen. Stiftungen könnten die Forschung über den Zustand und die sich wandelnden Bedingungen für Qualitätsjournalismus vorantreiben und unterstützen, heißt es außerdem in de Papier.

Der komplette Aufruf der Stiftungen zum Qualitätsjournalismus kann hier heruntergeladen werden.

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