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Tritte gegen Flüchtlinge: Ungarische Kamerafrau will „in Panik“ gehandelt haben

Die tretende Kamerafrau entschuldigt sich in einem offenen Brief

Anfang der Woche verbreitete sich ein Video im Internet, das zeigt, wie die Kamerafrau eines ungarischen Fernsehsenders zwei Flüchtlingskinder tritt und anschließend einem Mann ein Bein stellt, der daraufhin stürzte und dabei von ihr gefilmt wurde. Der Sender kündigte ihr daraufhin. In einem offenen Brief bittet die Frau jetzt um Entschuldigung und spricht von einer „politischen Hexenjagd“.

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An der ungarisch-serbischen Grenze hatte eine Kamerafrau des ungarischen Fernsehsenders N1TV einem Flüchtling mit Kind auf dem Arm ein Bein gestellt und zuvor zwei flüchtende Kinder getreten. Ein Video davon verbreitete sich in den Sozialen Netzwerken, woraufhin der Sender, der ausländerfeindlichen Partei Jobbik seine Mitarbeiterin Frau wegen ihres „inakzeptablen Verhaltens“ mit sofortiger Wirkung entließ.

In einem offenen Brief an die ungarische Zeitung Magyar Nemzet meldet sich die Kamerafrau jetzt zu Wort. Sie sei in Panik geraten und übernehme die Verantwortung für das, was geschehen ist, schreibt sie. „Ich bedaure aufrichtig, was passiert ist.“ Weiter heißt es in dem Schreiben: „Die Menschen rannten auf mich zu, ich dachte, ich werde angegriffen. Ich hatte Angst. Es ist schwer, richtige Entscheidungen zu treffen, wenn man in Panik ist.“

Nachdem das Video von ihren Tritten im Netz verbreitet wurde, sei eine regelrechte „politische Hexenjagd“ auf sie gemacht worden. „Das verdiene ich nicht“, so die Kamerafrau. „Ich bin keine herzlose, rassistische Kamerafrau, die Kinder tritt. Ich bin nur eine jetzt arbeitslose Mutter von kleinen Kindern, die in einer Paniksituation die falsche Entscheidung getroffen hat. Es tut mir wirklich leid.“

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