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„Die Lars Reichow Show“: das missglückte Sommernachts-Experiment im ZDF

Und? Was war Euer schönstes Urlaubs-Erlebnis?

Beim ZDF hatten sie die Idee, in der Sommerpause von „Markus Lanz“ dem Musik-Kabarettisten Lars Reichow für vier Folgen eine eigene Spät-Show zu geben. In der Auftaktfolge plauderte der Lanz-Ersatzmann mit Verona Pooth und „heute show“-Reporter Lutz van der Horst über Urlaub. Es hätte schlimmer kommen können. Aber es hätte auch lustiger sein dürfen.

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Zuerst steht man ja mal vor der Frage: Who the Fuck ist dieser Lars Reichow? Ein Blick in die Allwissende Müllhalde (Internet) schließt die Wissenslücke: Reichow ist renommierter Musikkabarettist und u.a. Träger des Gauls von Niedersachsen und der Tuttlinger Krähe. Es handelt sich um Kleinkunstpreise. Schade, dass Reichow seine Musikalität erst ganz am Ende der Show kurz einsetzt, als er mit Verona und Lutz van der Horst gemeinsam eine „Santa Maria“-Verballhornung anstimmt.

Vorher gab es einen unpolitischen Standup-Teil, in dem Reichow leidlich lustig über Wohnmobil-Urlaub in Norwegen referierte. Die Plauderei mit Verona Pooth und van der Horst geriet harmlos belanglos. Ein Einspielerfilm mit lustigen Tieren ebenso.

Die Idee hinter der Show ist wohl, lockerflockige Sommer-Unterhaltung jenseits von Griechenland-Tristesse zu bieten. Das aber ist zu wenig, auch für eine laue Sommernacht. Das ZDF hätte zu dieser Zeit einen x-beliebigen Krimi aus dem Fundus wiederholen können – die Quoten wären bestimmt besser gewesen. Das mag unfair klingen – immerhin beklagen die Medien gerne vor allem im Sommer die Wiederholungsmanie der Sender und wenn das ZDF die Ferienzeit nutzt, um ein neues Showkonzept auszuprobieren, ist es auch wieder nicht recht. Nicht falsch verstehen, liebes ZDF: Dass ist das mit der „Lars Reichow Show“ mal probiert, das ist schon OK. Man muss aber auch erkennen, wenn es nicht klappt. Das kaum vorhandene Show-Konzept und der Moderator passen nicht zusammen.

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