Griechenland-Abstimmung bei Bild: Diekmann droht mit Rücktritt

Der Bild-Chef macht den Varoufakis und setzt alles auf eine Karte: In der heutigen Ausgabe zieht die Bild die Griechenland-Abstimmung schon einmal vor und ruft seine Leser an die Boulevard-Urnen. In großen Lettern heißt es am heutigen Freitag auf der Titelseite: „Das Bild-Referendum. Machen Sie mit“. Via Twitter geht Bild-Boss Diekmann dabei sogar noch einen Schritt weiter und sagt: „Also, entweder stimmt ihr mit NEIN – oder ich trete zurück!“

Mehr Druck geht für einen Bild-Leser kaum.

Der Standpunkt der Bild: Wenn die Griechen entscheiden dürfen, ob sie sparen wollen, um weitere Unterstützung zu erhalten, sollte auch jemand die Deutschen fragen, ob sie überhaupt “weiter zahlen wollen”.

Im typischen polemischen Boulevard-Duktus fragt deshalb die Redaktion: „Sollen wir Griechenland weiter mit Steuer-Milliarden unterstützen?“ Teilnehmen am Referendum kann man via Post oder im Web.

Um die Debatte und das Bild-Referendum anzuheizen legte Diekmann dann am Morgen via Twitter mit seiner Rücktrittsdrohung nach:

Allerdings ist die Drohung von Diekmann fast noch defensiv. Sein Politikchef Bela Anda ist noch zu weit radikaleren Schritten bereit:

Allerdings ist auch das natürlich nur eine Anspielung. Diesmal auf den Varoufakis-Satz, sich lieber den rechten Arm abzuhacken, als den internationalen Gläubigern zuzustimmen.

In seinem Morgenletter erklärt er noch einmal ruhig die Intention hinter dem Aufruf: „One man, one vote. Und weil auch uns massiv angeht, was in Griechenland am Sonntag per Referendum entschieden wird, haben wir von BILD uns entschlossen, unsere Leser zu fragen, was sie von weiteren Milliardenleistungen an Griechenland halten. Oder ob der Grexit nicht die bessere Alternative ist.“