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„Eine politische Show“: DJV kritisiert Bild-Referendum

DJV-Vorsitzender Michael Konken kritisiert das Griechenland-Referendum der Bild-Zeitung.

Der Deutsche Journalisten-Verband fordert die BILD-Zeitung auf, ihr Referendum zur Griechenland-Unterstützung zu stoppen. Kai Diekmann würde eine politische Show inszenieren und Stimmung machen anstatt Hintergründe zu liefern.

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Sowohl in der gedruckten Zeitung als auch online bittet die Zeitung ihre Leser, darüber abzustimmen, ob Deutschland Griechenland weiterhin mit Geld unterstützen soll. Würden die Leser mit Nein stimmen, sei dies auch ein Zeichen für die Mitglieder des Deutschen Bundestages, die im Herbst unter Umständen erneut über weitere Hilfszahlungen abstimmen müssen. Um die Debatte und das Bild-Referendum anzuheizen legte Diekmann dann am Morgen via Twitter mit seiner Rücktrittsdrohung nach: „Also, entweder ihr stimmt mit Nein oder ich trete zurück

„Diekmann entfernt sich damit zum wiederholten Mal von seinem Auftrag als Journalist und macht selber Politik. Das ist nicht seine Aufgabe. Journalisten sollen Informationen anbieten, einordnen und erklären“, sagt Michael Konken, Bundesvorsitzender des Deutschen Journalisten-Verbandes. „Die Art und Weise wie die Zeitung seit Monaten versucht, vor und hinter der Grenzlinie zwischen Journalismus und politischer Aktion Stimmung zu machen, ist so nicht hinnehmbar“. Der Springer-Verlag müsse sich zudem an seinen eigenen Regeln messen lassen, in denen er das „unbedingte Eintreten für den freiheitlichen Rechtsstaat Deutschland als Mitglied der westlichen Staatengemeinschaft und die Förderung der Einigungsbemühungen der Völker Europas“ vorgegeben habe.

„Statt den Lesern in einer über Europa hinaus reichenden politischen Krise umfassende Informationen und Hintergründe zu liefern, wird hier eine politische Show inszeniert“, unterstreicht Michael Konken seine Kritik.

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