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Im Alter von 60 Jahren: Internet-Guru Peter Kruse ist tot

Professor Peter Kruse ist tot. Wie das von ihm gegründete Unternehmen Nextpractice bekannt gegeben hat , ist der Berater und Internetexperte vergangenen Montag an einem Herzversagen gestorben. Kruse wurde 60 Jahre alt.

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FAZ.net schrieb einmal über Kruse: „Man muss ihn gar nicht hören; schon wenn man ihn sieht, denkt man: Der Mann ist alles in einem – Faust, Luther und Moses, dazu vielleicht noch eine Prise Peeperkorn.“ Kruse, studierter Psychologe und vorwiegend als Unternehmensberater tätig gewesen, machte sich vor allem in der Internetszene einen Namen – galt als „Internet-Guru“, „Webprophet“, „Netzwerkpapst“ und „Vordenker“. Unter anderem beschäftigte er sich mit der Frage, welche Einflüsse das World Wide Web auf unsere Gesellschaft nimmt und vertrat dabei die These, dass das Netz durch spontane Massenbewegungen „neue Machtverhältnisse“ schaffe. Seine Expertise machte ihn auch in der deutschen Politik zu einem viel beachteten Mann. 2010 sprach Kruse als Netzwerkexperte in der Enquete Kommission für „Internet und digitale Gesellschaft“.

„Wir werden seine Klugheit, Analysekraft und die beharrliche Kompromisslosigkeit, mit der er jede Aufgabe anging, in lebendiger Erinnerung behalten“, heißt es auf der Unternehmensseite. Der Professor habe in den kommenden Jahren noch vieles vorgehabt. „Denn die zunehmenden gesellschaftlichen Spaltungen besorgten ihn sehr. Er wollte einen Lebenstraum verwirklichen und in Ergänzung zu nextpractice ein Institut aufbauen, das ein besseres Verständnis für das komplexe Miteinander in unserer Gesellschaft schafft und Diskursprozesse für eine lebenswertere Welt initiiert“, heißt es.

Die Nachricht über Kruses tot löste auch im Netz eine Welle der Trauer aus.

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