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Neue Gerüchte um Formel-1-Ausstieg: Tritt RTL auf die Bremse?

Seit 24 Jahren berichtet das RTL-Team aus der Boxengasse. Damit könnte bald Schluss sein.

Die Identitätskrise der Formel 1 spitzt sich zu und verärgert nicht nur zahlreiche Fans, sondern bremst auch das Interesse der Medienpartner. Nachdem bereits spekuliert worden ist, dass RTL für zukünftige Übertragungsrechte die Preise drücken will, soll nun sogar ein Komplett-Ausstieg ein denkbares Szenario sein.

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Wie die WirtschaftsWoche vergangenen März berichtete, sinkt die Bereitschaft des Privatsenders, jährlich 50 Millionen Euro für Live-Übertragung und Berichterstattung aus den Boxengassen zu bezahlen. Weiter schrieb das Magazin, dass RTL künftig nur noch eine Summe zwischen 30 und 35 Millionen Euro pro Jahr zu zahlen bereit wäre.

Die Forderungen des Kölner Senders sind die logische Folge der voranschreitenden Identitätskrise der Formel 1. RTL fiel mit durchschnittlich 4,36 Mio. Zuschauern auf den schwächsten Wert seit 20 Jahren, auch der Pay-TV-Sender Sky landete wieder unter Vorjahreswerten. Das mag zum einen daran liegen, dass der Formel-1-Fan die Regeln seines Lieblingssports nicht mehr versteht. Ihm fehlen sicher aber auch starke Protagonisten in starken Rennställen und das damit einhergehende Vermarktungspotential für Veranstalter und Fernsehsender. Die Folge: Weniger Geld für den Rennsport. Programmatisch wechselte RTL bereits von der Überholspur  McLaren, Ferarri, Red Bull und Co. bekommen weniger Sendezeit.

Nun könnte es Formel-1-Chefvermarkter Bernie Ecclestone aber noch härter Treffen. Nachdem bereits im vergangenen Jahr die Sport Bild darüber spekuliert hatte, dass sich RTL komplett aus der Boxengasse zurückziehen könnte, tritt nun der Kölner Express aufs Gas. Der Ausstieg sei „kein Tabuthema mehr“. Stattdessen steige das Interesse, intensiver in Fußball zu investieren. Bisher überträgt der Sender die EM- und WM-Qualifikationsspiele der deutschen Nationalmannschaft. Der Programmausbau ist durchaus denkbar, sicherlich aber auch eine Kostenfrage.

An den Spekulationen will sich der Sender allerdings nicht beteiligen. Gegenüber dem Express erklärt Sprecher Matthias Bolhöfer: „Wir sind seit 24 Jahren der Formel-1-Sender in Deutschland und haben grundsätzlich immer betont, dass wir dieses Engagement gerne fortführen möchten.“ Man befinde sich dazu mit den Verantwortlichen der Formel 1 in Gesprächen „und werden uns hüten, Gerüchte und Spekulationen zu kommentieren.“

Laut der Boulevardzeitung sei es durchaus möglich, dass Sky bereit sei, für die exklusiven Übertragungsrechte mehr Geld auf den Tisch zu legen. Laut WiWo-Bericht aus vergangenem März wolle aber auch der Pay-TV-Sender bei der Formel 1 sparen.

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