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Nach Doppel-Shitstorm: Westfalen-Blatt feuert Anti-Homo-Psychologin

Jetzt also doch: Nach fast drei Tagen in schwerer publizistischer Shitstorm-See zieht das Westfalen-Blatt die Reißleine und feuert die Homo-Psychologin Barbara Eggert. In einer Ratgeber-Kolumne hatte diese homophobe Ratschläge erteilt und so eine heftige Empörungswelle ausgelöst.

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Die Trennung hätte auch schon früher erfolgen können. Doch am späten Dienstag hatte der Redaktionsleiter Ulrich Windolph erst noch eine Art Rechtfertigung veröffentlicht, die im Grunde alles noch schlimmer machte und aufgrund der fehlenden klaren Distanzierung den Shitstorm noch einmal neu anfachte.

Jetzt rudert Windolph doch zurück. Ob die Verlagsleitung ihn dazu zwang oder ob er aus freien Stücken die umstrittene Kolumnistin feuerte, ist unklar. In seiner neuen Erklärung schreibt er jetzt jedenfalls: „Der Artikel der freien Autorin Barbara Eggert in der Sonntagszeitung OWL vom 17. Mai hätte so in keinem Fall erscheinen dürfen. Er war fälschlicherweise mit der Redaktionsleitung nicht abgestimmt.“

Weiter heißt es, dass sich die Unternehmensgruppe ausdrücklich von dem Inhalt der Kolumne distanzieren würde. „Zugleich trägt die Redaktion die volle Verantwortung für diese sehr gravierende journalistische Fehlleistung. Wir bitten für diesen Fehler um Entschuldigung. Frau Eggert wird fortan nicht mehr für uns schreiben, wir werden ihre Kolumne beenden.“

In der Kolumne antwortete Eggert auf eine Leserfrage. Bernard, 43 Jahre wollte wissen, ob es OK ist, wenn seine beiden Töchter bei der Hochzeit seines Bruders und dessen Freund Blumen streuen. Die Mädchen seien acht und sechs Jahre alt und er wolle nicht, dass sie sich mit dem “Thema der sexuellen Orientierung” befassen. Denn sein Bruder und dessen Freund seien zwar “wunderbare Menschen”, doch die Ehe zwischen den beiden findet Bernard “unpassend”.

Unter anderem riet die OWL-Expertin dann: „Ihre Töchter würden durcheinandergebracht und können die Situation Erwachsener nicht richtig einschätzen. Sagen Sie Ihrem Bruder, dass Ihre Kinder an der Feier nicht teilnehmen, weil Sie nicht möchten, dass die Kinder verwirrt werden.“

Offenbar konnte die Redaktion diese Antwort und ihr deutschlandweites Empörungspotential  auch nicht richtig einschätzen.

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