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„Jedes Wort zählt“: Springers B.Z. dokumentiert den gesamten Auschwitz-Prozess

Außergewöhnliche Aktion: In Lüneburg muss sich endlich der ehemalige SS-Mann Oskar Gröning vor Gericht verantworten. Es ist wohl einer der letzten Prozesse, die noch einmal die gesamten Gräueltaten der Nationalsozialisten aufarbeiten. Deshalb hat sich die B.Z. dazu entschlossen, den gesamten Prozess mit einer Extra-Beilage zu jedem Verhandlungs-Tag zu dokumentieren. Denn: „Jedes Wort zählt“.

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In seinem Editorial zur ersten Ausgabe erklärt Peter Huth, Chefredakteur der B.Z.: „Im Prozess von Lüneburg offenbart Gröning einen Blick in eine Welt, in der Demütigung, Folter, Mord und Entmenschlichung das Prinzip allen Handelns waren. Und auch heute, 70 Jahre danach, scheint für ihn, den Täter, die Basis seiner Taten grundsätzlich gerechtfertigt.“ Weiter schreibt er: „Alle Themen unserer Zeit finden sich in diesem Prozess: Die Fanatisierung der jungen Männer, mittelalterliche Grausamkeit in einer angeblich aufgeklärten Welt, Haß auf und Angst vor dem Fremden. Vernichtungswille als Rechtfertigung von Politik.“

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Nach Huths Einschätzung prägen längst überwiegend Dokumentationen, Spielfilme, Diskussionsbeiträge, Reportagen, TV-Serien und Lehrerworte unser Bild vom Holocaust. „All das ist gut, aber es ist distanziert“. Für ihn ist das Prozess von Lüneburg „eine historisch einmalige Primärquelle. Wider das Vergessen.“

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