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Flop-Verdacht bei Apple Watch: Nutzerinteresse gering, Apple-Bestellungen auch

Viel Marketingaufwand, wenig Käufer: Die Apple Watch bleibt stark unter den Erwartungen zurück

Es waren sicher nicht die besten zwei Tage nach einer Keynote für Apple-CEO Tim Cook: Das Echo auf die final vorgestellten Apple Watch-Modelle fällt bestenfalls gedämpft aus. Auf Twitter etwa findet die Apple-Uhr deutlich weniger Erwähnung als das erste iPad. Auch die Bestellungen für den Verkaufsstart bleiben hinter den Erwartungen zurück.

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Die akribische Vorbereitung scheint umsonst. Minutiös hat Apples PR- und Werbeabteilung auf den Tag X hingearbeitet: Das erste neue Produkt seit fünf Jahren, das erste der Tim Cook-Ära – es muss sitzen. Also liefen die Spin-Doktoren aus Cupertino zur Hochform auf.

Da war Tim Cooks euphorischer Auftritt vor Investoren bei Goldman Sachs, dann bei Bundeskanzlerin Merkel, bei Bild-Chef Kai Diekmann, im Apple Store Berlin – mal hier ein Post, mal dort eine gestreute Info: Die PR-Maschinerie vor der Apple Watch-Keynote funktionierte perfekt und wurde mit Hochglanz-Anzeigen glamourös untermauert. Der Apple Watch-Countdown tickte standesgemäß herunter.

Social Media-Echo enttäuschend: Apple Watch bei Twitter weniger gefragt als erstes iPad

Dann kam die Keynote. Es lag nicht mal am Apple-CEO, dem man gerne eine gewisse Behäbigkeit auf der Bühne unterstellt, das auch nach der zweiten Apple Watch-Präsentation in sechs Monaten keine echte Aufbruchstimmung aufkommen will. Im Gegenteil: Die Stimmung dreht sogar.

Die Pressestimmen – vor allem in den USA – waren noch bestenfalls verhalten, das Echo in den sozialen Medien fällt noch bedenklicher aus, wie der Social Media-Marktforscher LikeFolio ermittelte. In einer Twitter-Analyse der ersten Schlagwort-Erwähnungen in den 24 Stunden nach der Keynote bringt es die Apple Watch auf 452.000 Nennungen – das sind nur halb soviel wie das erste iPad 2010 bzw. nur ein Viertel der Erwähnungen, die das iPhone 6 im vergangenen September erzielte.

Wall Street weiß nicht, wie sie die Apple Watch einschätzen soll

Es scheint fast es, als würde Apple den verhaltenen Reaktionen Rechnung tragen und daher zum Start der Apple Watch bewusst tiefstapeln. Nicht mehr – wie noch vor wenigen Wochen kolportiert – fünf bis sechs Millionen Einheiten sollen zum Verkaufsstart bereit liegen, sondern nur noch drei Millionen Apple Watches soll der Kultkonzern aus Cupertino zum 24. April geordert haben, wie die chinesische Zeitung United Daily News berichtet.

Die Wall Street weiß unterdessen weiterhin nicht, wie sie das Potenzial des Apple-Wearables einschätzen soll. Die Barclays Bank führt die pessimistischen Schätzungen mit gerade mal 7,5 Millionen Einheiten im Fiskaljahr 2015 an (das allerdings auch schon Ende September endet), dicht gefolgt von Piper Jaffray (8 Millionen) und J.P. Morgan (9 Millionen Stück).

Demgegenüber stehen die Schätzungen von 17 (Citigroup) bis 20 Millionen (Credit Suisse und Cantor Fizugerald). Für den ersten vollen 12-Monatszyklus gab Morgan Stanley-Staranalystin Katy Huberty zuletzt sogar die Marke von 30 bis 40 Millionen Einheiten aus.

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