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Charlie Hebdo: Überlebender Luz übt Kritik an „Je suis Charlie“

© Vice Media

Verbarrikadiert in einer kugelsicheren Wohnung: So begegnet Vice dem Karikaturisten Luz, der den Anschlag auf die Redaktion von Charlie Hebdo überlebt hat. Im Vice-Interview spricht der Zeichner über das Attentat, die Bedeutung seiner Titelblätter und die Heuchelei um die Pressefreiheit.

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„Es gibt Cartoon-Zeichner in Frankreich, die sagen, dass ‚wir nicht länger Dinge zeichnen können, die jemanden anderswo in der Welt verletzen könnten“, erklärt Luz. „Aber wenn wir den Meinungen und Positionen der ganzen Welt Rechnung tragen, können wir unsere Zeichnungen gleich zerreißen.“

Kritik übt der Karikaturist an der internationalen ‚Je Suis Charlie’-Bewegung und wirft den politischen Führern der Welt Heuchelei vor. Sie würden im Namen der Redefreiheit demonstrieren, die Rechte der Presse in ihren eigenen Ländern jedoch unterdrücken: „Plötzlich sagt Saudi-Arabien ‚Ich bin Charlie’, aber das ist es nicht“.

„Charlie hat gegen Symbole gekämpft“

Innerhalb kürzester Zeit haben sich Menschen weltweit mit der Redaktion des Satire-Blatts solidarisiert. Charlie Hebdo bzw. „Je suis Charlie“ ist zu einem Symbol für einen Kampf für die Pressefreiheit geworden. Für Luz eine problematische Entwicklung: „Charlie hat gegen Symbole gekämpft. Wie lassen wir die Blase dieses Symbols platzen, des Symbols zu dem wir geworden sind?“

In dem zwölfminütigen Interview spricht der Zeichner außerdem über seine Beziehung zum Propheten Mohammed und die Bedeutung seiner Cover. Luz ist seit 1992 für Charlie Hebdo tätig und verantworte unter anderem das Charia Hebdo-Cover aus dem Jahr 2011. Am Tag der Veröffentlichung gab es einen Brandanschlag auf die Redaktionsräume.

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