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„Ain’t too proud to beg“: TLC will letztes Album via Kickstarter finanzieren

Es wirkt wie eine traurige Fußnote unter einer großen Karriere: TLC, in den frühen 90er-Jahren die großen Vorreiterinnen der R&B-Girlgroups, wollen es nach einigen Schicksalsschlägen noch einmal wissen. Ein letztes Album wollen die verbliebenen Bandmitglieder T-Boz und Chilli nach dem Tod von Lisa „Left Eye“ Lopes ihren Fans noch bieten – und zwar ohne Einmischung eines Labels. Die Produktionskosten von ganzen 150.000 Dollar will TLC nun über die Crowdsourcing-Plattform Kickstarter bestreiten.

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Man muss es wohl nachträglich ein schlechtes Omen nennen. „Waterfalls“ hieß der größte Hit der R&B-Girlgroup TLC, der daran erinnerte, nicht das Schicksal herauszufordern. Das mischte sich dann aber selbst ein: Gründungsmitglied Lisa „Left Eye“ Lopes verstarb 2002 bei einem Autounfall in Honduras – TLC haben seitdem nie wieder ein Album veröffentlicht.

Seitdem ist in der Pop-Welt enorm viel passiert – man denke nur an die digitale Verbreitung via iTunes und Spotify –, nur musikalisch am Ende doch nicht. Den enormen kommerziellen Erfolgen von Beyoncé & Co wurden durch TLCs Smash-Hits wie „Creep“ und „No Scrubs“  erst der Weg geebnet. Warum also nicht noch ein richtiger Veteraninnen-Abschied mit neuem Material?

Ein letztes TLC-Album: Finanzierung über die Crowdfunding-Plattform Kickstarter

Das ist die Ausgangslage des  Duos T-Boz und Chilli bei ihrer letzten gemeinsamen Produktion als TLC. Doch die beiden Mütter, inzwischen in ihren 40ern, haben keine Lust mehr, nach der Pfeife einer Plattenfirma zu tanzen – und stellen im Digitalzeitalter ihre eigenen Regeln auf.

Anno 2015 zählt dazu als neuer Finanzierungskanal die Crowdfunding-Plattform Kickstarter. Wie bei einem Techprojekt, das für seine Realisierung auf die Bezuschussung der Masse angewiesen ist, setzen TLC auf das Interesse der Kickstarter-Nutzer, ihren neuen Fans in der Intern-Ära.

Schon 80.000 Dollar nach zwei Tagen erlöst

Ganze 150.000 Dollar würden der einst erfolgreichsten Girlgroup der Musikgeschichte heute für die Produktion des letzten Albums reichen. Die Anreize sind klar definiert: Geht die Kampagne auf, erhält man für 15 Dollar das Album in digitaler Form; für 1000 Dollar gibt es ein Kino-Date mit Chili oder T-Boz, für 5000 Dollar sogar eine Pyjamaparty mit den einstigen R&B-Stars.

Schon zwei Tage nach dem Start der Kickstarter-Kampagne sieht es so aus, als würde sich die Nostalgie bezahlt machen: Mehr als 80.000 Dollar wurden bereits bis Ende Dienstag erlöst. Auch wenn das heutige TLC mit den frechen Girlies der 90er-Jahre wohl nur noch wenig gemein hat, scheint zumindest die Einstellung von T-Boz und Chili  gleich geblieben: „Ain’t too proud to beg“ lautete 1992 schon der erste Single-Hit.

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