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Abdruck von Charlie Hebdo-Karikaturen: Brandanschlag auf Hamburger Morgenpost

In der Nacht zum Sonntag haben zwei mutmaßliche Täter einen Brandsatz im Verlagsgebäude der Hamburger Morgenpost deponiert. Zuvor hatten die Unbekannten die Scheiben des Kellers mit Steinen eingeworfen. Kripo und Staatsschutz ermitteln nun, ob die Aktion in Zusammenhang mit dem Abdruck von Mohammed-Karikaturen steht.

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Unbekannte Täter sollen um kurz nach 2 Uhr vom Hinterhof des Gebäudes an der Griegstraße in Hamburg-Altona mehrere Steine und einen Brandsatz in das im Keller befindliche Zeitungsarchiv geworfen haben. Dabei sind laut Mopo einige AKten verbrannt. „Zum Glück befanden sich zu dem Zeitpunkt keine Menschen im Haus“, schreibt das Blatt auf seiner Webseite.

„Wir sind schockiert über den Brandanschlag auf unser Verlagshaus. Dass so etwas in einer weltoffenen und liberalen Stadt wie Hamburg passiert, erschüttert uns. Inwieweit der Anschlag mit der Berichterstattung der Hamburger Morgenpost zusammenhängt, müssen jetzt die Ermittlungen der Polizei klären.“ so Frank Niggemeier, Chefredakteur der Hamburger Morgenpost, in einer am Sonntag veröffentlichten Erklärung.

Das Feuer konnte zügig gelöscht werden. Das Motiv der Täter ist bislang unklar. „Es gibt noch keine Erkenntnisse, keine Bekennerschreiben oder andere Hinweise“, sagte Polizeisprecherin Karina Sadowsky. Zwei Männer, die sich zur Tatzeit verdächtig in der Nähe des Verlagsgebäudes verhalten haben soll, sind festgenommen worden. Der Staatsschutz ermittelt.

Zuvor hatte die Hamburger Morgenpost, wie viele andere Tageszeitungen auch, etliche Mohammed-Karikaturen unter dem Titel „So viel Freiheit muss sein“ als Reaktion auf den Anschlag auf die Redaktion des französischen Satiremagazins Charlie Hebdo abgedruckt. Ein Zusammenhang sei nicht auszuschließen, heißt es von Seiten der Polizei.

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Bundeskriminalamt verstärkte zuvor den Schutz etlicher Redaktionen

Bereits wenige Stunden nach dem Anschlag auf die Redaktion von Charlie Hebdo hatte die Polizei auch die Sicherheitsvorkehrungen für viele deutsche Redaktionen verstärkt. Eine Vorsichtsmaßnahme, die wohl weniger symbolischen Charakter hat, als einer ernsten Bedrohungslage geschuldet ist. Denn laut Focus schließt das Bundeskriminalamt Terroranschläge auf Redaktionen deutscher Zeitungen, Zeitschriften und TV-Sender nicht aus.

Zu diesem Schluss soll das vertrauliches BKA-Papier “Gefährdungslage islamistischer Terrorismus“ gekommen sein, dass dem Nachrichtenmagazin vorliegt. Offenbar beschäftigen sich die deutschen Sicherheitsbehörden schon länger mit ähnlichen Szenarien, wie die blutige Attacke auf die französische Satire-Zeitung.

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