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„Je suis Charlie“: Solidaritätswelle nach dem Charlie Hebdo-Anschlag

„Je suis Charlie“: Ein Hashtag inklusive eines Bildes ist für viele Twitter-Nutzer zum Zeichen der persönlichen Anteilnahme geworden. Selbst das Auswärtige Amt reagierte mit einem Tweet. Die ersten Reaktionen auf den Anschlag auf die Redaktion von Charlie Hebdo bewegen sich zwischen Wut, Trauer und Satire.

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https://twitter.com/AuswaertigesAmt/status/552833565449535489
Angela Merkel schreibt in einem Telegramm an den französischen Präsidenten François Hollande: „Diese abscheuliche Tat ist nicht nur ein Angriff auf das Leben französischer Bürgerinnen und Bürger und die innere Sicherheit Frankreichs.“ Sie stelle auch einen Angriff auf die Meinungs- und Pressefreiheit dar, „der durch nichts zu rechtfertigen ist“.

Mit der Tat lässt sich auch mit den Mitteln der Satire umgehen. So kommentierte Martin Sonneborn gegenüber der dpa: „Das ist nicht komisch. Mit Anzeigen, Abokündigungen oder Kalaschnikow-Geballer auf Satire zu reagieren, gilt in der Szene als unfein. Unser Mitleid gilt den französischen Kollegen. Bei Titanic könnte so etwas nicht passieren, wir haben nur sechs Redakteure.“

Auch die Titanic setzt in einem Liveticker auf Sarkasmus. In ihm heißt es unter anderem: „TERRORHINWEIS: Für 16 Uhr ist in der TITANIC-Redaktion eine Pressekonferenz angesetzt, zu der RTL, Hessischer Rundfunk, Frankfurter Rundschauund sämtliche weitere Privat- und Systemmedien anwesend sind. Für Terroristen bietet sich hier die Möglichkeit, nicht nur eine Satireredaktion auszulöschen, sondern auch die gesamte deutsche Lügenpresse. Es gibt Schnittchen (hinterher)!“

In seinem Blog kommentiert Roland Tichy: „Wenn es eine Botschaft an die Mörder gibt, dann die, und wenn es eine Lehre gibt, dann auch: Meinungsfreiheit ist nicht teilbar, nicht verhandelbar.
Gerade in Deutschland gibt es eine große, eine zu große Bereitschaft, die grundgesetzlich garantierte Meinungsfreiheit an den Rand zu stellen, wenn es um angebliche Minderheiten geht.“

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