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Tegida: Die Anti-Pegida-Bewegung auf Facebook

Quer durch Deutschland werden Proteste gegen Pegida laut – als Demonstrationen auf der Straße oder digital in den sozialen Netzwerken. Auch in Hamburg wurde via Facebook zur ersten Anti-Pegida-Demo aufgerufen und eine Seite mit dem Titel „Tolerante Europäer gegen die Idiotisierung des Abendlandes“ gegründet, kurz Tegida. Innerhalb weniger Tage kamen mehrere Tausend Likes zusammen.

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Wie wichtig den Hamburgern dieser Protest ist, zeigt sich an dem schnellen Wachstum der Seite: Innerhalb von drei Wochen sammelte sie knapp 4000 Likes. Gegründet wurde die Seite von einer Privatperson, die außerdem zu Hamburgs erster Anti-Pegida-Demo am Montag aufrief. Die Veranstaltung verbreitete sich bei Facebook wie ein Lauffeuer und innerhalb nur eines Tages meldeten sich 1500 Teilnehmer an. Mittlerweile sind es über 4000.

Gegenüber des Blogs „Mit Vergnügen Hamburg“ erklärt die Initiatiorin, sie habe die Seite aus „einer Laune heraus“ ins Leben gerufen, sie sei für Freunde und Mitstreiter gedacht gewesen. Mit einem derartigen Zulauf habe sie nicht gerechnet.

Die geplante Demo für Toleranz und gegen Pegida sagte sie deshalb zunächst mit der Begründung ab, die Organisation nicht alleine tragen zu können:

Ihre Hoffnung, es könne sich ein anderer Organisator finden, wurde prompt erfüllt: Der DIE LINKE Abgeordnete Horst Schneider schrieb unter den Beitrag, er würde dies sehr gerne übernehmen. Im Gespräch mit „Mit Vergnügen Hamburg“ betonte er: „Wir haben das übernommen, weil wir gemerkt haben, dass da etwas Großes, Positives entsteht. Zumal die Absage ein gefundenes Fressen für Pegida und Co gewesen wäre.“ Die Demonstration wird also wie geplant am Montag, den 05.Januar 2015,in Hamburg stattfinden.

Das Phänomen Tegida beweist gleich zwei Dinge: 1. wie dringend die Menschen gegen die Pegida-Montage demonstrieren wollen und 2. welche politische Wirkungskraft Social Media – vor allem Facebook – haben kann. Pegida selbst entstand aus einer Facebook-Gruppe und zählt mittlerweile mehr als 100.000 „Gefällt mir“-Angaben. Doch auch die Gegenstimmen im Social Web werden immer lauter. Neben Tegida hat zum Beispiel die Seite No Bergida bereits knapp 3000 Likes gesammelt und 24.000 Kölner kündigten bei Facebook an, während der angekündigten Pegida-Demo am Montag die Lichter in ihren Wohnungen auszuschalten – um die Demonstranten im Dunkeln stehen zu lassen. Auch der Kölner Dom wird sich anschließen und das Licht ausknipsen.

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