Anzeige

Manipulationsverdacht: die merkwürdigen „Kritiken“ zum Til-Schweiger-Film „Honig im Kopf“

Til Schweigers Blockbuster "Honig im Kopf"

Til Schweigers neuer Film „Honig im Kopf“, in dem neben Schweiger und seiner Tochter Dieter Hallervorden einen Demenzkranken spielt, ist an der Kinokasse ein Erfolg. Wie das Filmblog „Filmverliebt“ berichtet, sind zu dem Film zahlreiche merkwürdige Bewertungen auf Film-Community-Portalen aufgetaucht, die den Verdacht nahelegen, dass es sich um Fake-Bewertungen handelt. Auf dem Bewertungsportal Moviepilopt tobt mittlerweile ein regelrechter Kommentar-Krieg zu „Honig im Kopf“.

Anzeige

Wie „Filmverliebt“ berichtet gibt es bei der Website Moviepilot.de auffällig viele Kritiken von Nutzern, die sich gerade erst angemeldet und nur eine Bewertung für „Honig im Kopf“ abgegeben haben. Teilweise wurde der Schweiger Film von den Einmal-Kommentierern auf Russisch oder in schlechtem Englisch kommentiert. Eigentlich ein deutliches Zeichen, dass es sich hierbei um bezahlte Fake-Kommentare handeln könnte.

Bildschirmfoto 2014-12-30 um 09.51.33
Bildschirmfoto 2014-12-30 um 10.08.07
Bildschirmfoto 2014-12-30 um 10.08.20

Fake-Kommentare sind ein bekanntes Phänomen. Meist sind sie daran erkennbar, dass sie von einer Person stammen, die sich erst kürzlich auf einem Bewertungsportal registriert hat und nur ein einziges Produkt überaus positiv bewerten. Ein markantes Beispiel für solche Bewertungen war die CD des ARD-Talkers Reinhold Beckmann bei Amazon.

Entsprechend hämisch werden die scheinbaren Fake-Bewertungen im Fall von „Honig im Kopf“ von anderen Nutzern kommentiert. Daneben gibt es aber auch Nutzer, die den Film offenbar tatsächlich gesehen haben und gut fanden und sich über die Anti-Stimmung gegen den Film aufregen. Die Filme von Til Schweiger polarisieren seit Jahren. An den Kinokassen sind die rührseligen Streifen erfolgreich, Kritiker verreißen sie meist.

Til Schweiger selbst ist mittlerweile dazu übergegangen, seine Filme nur noch äußerst spärlich vorab Medienvertretern zu zeigen. Aus seiner Verachtung gegenüber Filmkritikern macht er keinen Hehl. Aus Zorn darüber, dass seine sehr erfolgreiche Komödie „Keinohrhasen“ 2010 keinen Deutschen Filmpreis erhielt, wollte er sogar schon einmal einen eigenen Filmpreis gründen.

Für die Filmfirma sind Internet-Bewertungen wie bei Moviepilot durchaus relevant. Wer nach dem Titel des Films googelt, bekommt direkt auf der Ergebnisseite einen Durchschnitt von Nutzer-Bewertungen der einschlägigen Portale angezeigt. Für manche mag dies ein ausschlaggebendes Argument für oder gegen einen Kinobesuch sein.

Anzeige