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„Lächerlich und abstrus“: FAZ-Herausgeber Nonnenmacher über Ulfkottes Korruptions-Vorwürfe

FAZ-Herausgeber Günther Nonnenmacher (l.), FAZ-Kritiker Udo Ulfkotte (Fotos: Ulfkotte - picture alliance / akg-images / Nonnenmacher - picture alliance)

Der FAZ-Herausgeber Günther Nonnenmacher hat im Medium Magazin zu den Vorwürfen Stellung bezogen, die der ehemalige FAZ-Politikredakteur Udo Ulfkotte in seinem Buch „Gekaufte Journalisten“ gegen die Zeitung erhoben hat. Die Anklage, die FAZ-Redakteure seien käuflich und korrumpierbar, sei „lächerlich und abstrus“.

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Gegenüber dem Medium Magazin sagte Nonnenmacher, die Vorwürfe des ehemaligen Kollegen, der 1986 bis 2003 Redakteur der Zeitung war, bestreitet alle Vorwürfe, die Ulfkotte in seinem Bestseller gegen die FAZ und ihre Redakteure erhebt. Zuvor hatte schon FAZ-Außenpolitikchef Klaus-Dieter Frankenberger Anschuldigungen, er sei käuflich gewesen, als „ebenso lächerlich wie böswillig“ bezeichnet.

Ulfkotte zieht in seinem Buch weitgehend pauschal über Journalisten in Deutschland her. Er fordert dazu auf, den „manipulativen Medien“ Auflage, Quote und Gehör zu verweigern, um „der skrupellosen Propaganda“ den Boden zu entziehen. Der Medienjournalist Stefan Niggemeier hat sich bei den Krautreportern mit dem Ulfkotte-Buch auseinandergesetzt.

Nonnenmacher nun führt Ulfkottes Militanz gegenüber Medien auf „eine Art Persönlichkeitswechsel“ nach einer schweren Krankheit zurück. Der FAZ-Herausgeber: „Er erzählte immer mehr absurde Geschichten und es gab eine Reihe von seltsamen Vorkommnissen und Behauptungen“.

Nonnenmacher registriert gleichwohl eine „Entfremdung zwischen Öffentlichkeit und Journalisten“. Diese Entwicklung bereite ihm große Sorgen. Online-Foren würden mit Mails überschwemmt, in denen sich keine lebendige Demokratie spiegele, sondern hinter denen konzertierte Aktionen steckten. Beispielsweise im Fall der Ukraine-Berichterstattung.

Der generelle Vorwurf, FAZ-Leute (und andere Journalisten) seien käuflich, weil sie „Elite-Netzwerken“ nahestünden, sei problematisch. Nonnenmacher zu dem Branchenmagazin: „Die Forderung, nirgends Mitglied zu sein, keinerlei Einladungen anzunehmen, weil das unzulässige Nähe schaffe, klingt nach reiner Lehre. Aber Nähe zu Akteuren ist doch gerade ein wesentliches Element von Journalismus, um an Informationen zu kommen.“ Es gelte nur gleichzeitig, kritische Distanz und Unabhängigkeit zu wahren.

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