Anzeige

Polizei schreibt mutmaßliche Kinox.to-Gründer zur Fahndung aus

Noch immer haben viele Streaming-Seiten wie Kinox.to das Image von sympathischen Nerd-Portalen, mit deren Hilfe der bösen Medienindustrie eines ausgewischt wird. Das sieht die Polizei in Sachsen längst ganz anders. Auf der Suche nach den flüchtigen vermeintlichen Kinox.to-Gründern, haben die Behörden das Brüderpaar nun zur Fahndung ausgeschrieben.

Anzeige

Die Polizei stuft Kastriot S. (25 Jahre) und Kreshnik S. (21 Jahre) als gewaltbereit ein. „Die Brüder stehen im dringenden Tatverdacht, als Gründer und Rädelsführer einer kriminellen Vereinigung im Zusammenhang mit dem Betreiben des Raubkopienportals kinox.to spätestens seit dem 21. Juni 2011 und ihrer Filehoster freakshare.com und bitshare.com bereits seit spätestens 2009 Straftaten, wie Räuberische Erpressung, Nötigung, Brandstiftung, Urheberrechtsverletzung und Steuerhinterziehung, begangen zu haben“, heißt es in dem Fahndungsaufruf der Polizei.

Bereits in der vergangenen Woche hatten die Ermittler versucht in einer großangelegten Razzia die Köpfe hinter der Streaming-Plattform dingfest zu machen. Insgesamt durchsuchten Fahnder sechs Wohn- und Geschäftsräume in vier Bundesländern.

Um den Betrieb der Streaming-Portale aufrechtzuerhalten, haben die Betreiber nach eigenen Angaben 30 Ersatz-Domains mit verschiedenen IPs eingerichtet und empfehlen den Einsatz von Tools, die den Datenverkehr anonymisieren. Die Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen (GVU) spricht von einem illegalen und rein kommerziellen System. Neben kinox.to sollen die Gesuchten noch für die Portale Movie4k.to, Boerse.sx und Mygully.com verantwortlich sein. Die Staatsanwaltschaft Lübeck hatte im Juli 2014 die Ermittlungen an die Staatsanwaltschaft Dresden weitergegeben, als Verbindungen zum Fall kino.to auffielen.

Ein Einschätzung des GVU-Geschäftsführer Dr. Matthias Leonardy ist „dies der bislang mit Abstand der schwerwiegendste Fall von organisierter Wirtschaftskriminalität mit strukturell urheberrechtsverletzenden Online-Angeboten in Deutschland“.

Anzeige