„Online Shopping“-Vorwurf an „hart aber fair“: AfD macht ARD zu QVC

Auch im Fernsehen ist nicht alles Gold, was glänzt. Anders gesagt: Nicht jede Idee der „Hart aber fair“-Redaktion funktioniert. So hatte das Team von Talker Frank Plasberg in der gestrigen Sendung zwar den interessanten Fakt ausgegraben, dass die AfD mit den Verkauf von Gold Kasse macht. Doch bei der Aufbereitung schlitterte die Sendung aus dem Politik- in den Shopping-Modus. Empört wähnte sich SPD-Vize Ralf Stegner bereits „beim Online-Shopping“.

Das Thema des Talk lautete „Minizinsen und Wackeleuro – Macht uns die Krise arm?“. Darüber diskutierte Plasberg unter anderem mit der ARD-Börsenexpertin Anja Kohl, Michael Kemmer (Vorstandsmitglied des Bundesverbandes deutscher Banken) und eben AfD-Boss Bernd Lucke.

Bildschirmfoto 2014-10-28 um 11.16.52
Hier der Link Ausschnitt

Im Zuge der Diskussion über Anlage- und Vorsorge-Möglichkeiten spielte der WDR-Mann Plasberg dann einen Film ein, der zeigt, wie offensiv die Alternative für Deutschland auf seiner eigenen Web-Seite einen Online-Shop für Gold betreibt. So weit, so normal. Kritisiert wurde nun allerdings der weitere Umgang mit dem Thema. Denn nach Meinung – beispielsweise der Bild – räumte Plasberg Lucke zu viel Raum ein, um eine goldige Verkaufsshow abzuziehen. So titelten die Berliner: „‚Hart aber fair‘ AfD-Lucke blamiert ARD mit peinlicher Gold-Show„.

Auch dem SPD-Mann Stegner wurde es irgendwann zu bunt und er giftete: „Die Leute glauben, sie sind hier nicht mehr bei Hart aber fair, sondern beim Online-Shopping“. Für einen kurzen Moment umwehte die ARD tatsächlich ein Hauch von QVC & Co. Allerdings hatte die „Hart aber fair“-Redaktion das Thema selbst gesetzt und Frank Plasberg Lucke durch mehrfache Nachfragen dazu eingeladen, den Gold-verkauf seiner Partei zu erläutern.