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Consumer Penetration Unit – die witzige und wirkungslose Zeitungs-Werbung

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Die Zeitungs Marketing Gesellschaft hat von der Werbeagentur Ogilvy & Mather eine witzige Gattungskampagne konzipieren lassen. Im dazugehörigen Viral-Spot spielt Ex-Werber Carsten Heintzsch (Ex Saatchi & Saatchi, Ex BBDO) den schmierigen Chef der Consumer Penetration Unit, die mit penetranter Online- und Targeting-Werbung nervt. Leider wurde dabei die alte Regel vergessen, dass Werbung zum Produkt passen sollte.

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Der Spot selbst ist durchaus witzig und spießt den Nerv-Faktor und die Unzulänglichkeiten moderner, digitaler Werbeformen treffen auf. Blöd nur, dass die eigentliche Botschaft nicht rüberkommt. Warum man nämlich statt auf nervige Bling-Bling-Werbung auf Zeitungswerbung setzen soll, erschließt sich im Spot nicht. Dafür muss man die Website www.die-zeitungen.de/slo-vertising besuchen. Dort sind dann – weit weniger witzig und unterhaltsam – die üblichen PR-Meldungen versammelt, warum Zeitungen das dollste Medium überhaupt sein soll. Der Viral-Spot ist reiner Selbstzweck.

Und unglaubwürdig ist der Viralspot zu allem Überfluss auch noch. Zeitungsverlage gehören nämlich leider zu den schlimmsten Werbe-Verbrechern im Digitalen. Wer einmal gesehen hat, wie skrupellos auf Zeitungs-Websites Targeting betrieben wird und wie jedes Fitzelchen des Bildschirms mit nerviger Werbung zugekleistert wird, weiß, wovon die Rede ist.

Fazit: Witzige Werbung alleine reicht nicht aus, sie muss auch zum Produkt passen. Bzw.: Erst einmal sollte man schauen, dass das Produkt auf Vordermann gebracht wird. Danach kann man werben. Nicht umgekehrt.

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