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Sparhammer in Darmstadt: 260 von 400 Echo-Mitarbeitern müssen gehen

Echo Medien-Verlagsgebäude in Darmstadt

Das Verlagshaus des Darmstädter Echo entlässt etwa zwei Drittel seiner Mitarbeiter. Offenbar sollen nur etwa 140 von 400 Arbeitsplätzen übrig bleiben. Der Regionalzeitungs-Verlag wolle sich auf seine „Kernaufgaben“ konzentrieren, heißt es in einer Mitteilung. Ein „Schock“, gesteht Verleger Hans-Peter Bach freimütig ein. „Brutaler geht es nicht“, sagt die Gewerkschaft Verdi.

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Offiziell heißt es von der Echo Medien GmbH lediglich, die Umsätze seien „zurückgegangen“. Was freilich ein schwaches Wort für die Konsequenzen ist, die der Verlag nun zieht: massive Ausgliederung von Unternehmensteilen an externe Dienstleister. Offenbar wird auch der eigenständige Mantelteil aufgegeben und künftig zugeliefert. Bereits vor einigen Jahren hatte der Verlag seine Druckerei in Darmstadt dicht gemacht.

„Die Marktbedingungen für Tageszeitungen haben sich radikal geändert“, heißt es nun offiziell. Man werde mit „verkleinerter Rumpfmannschaft und flexibleren Strukturen“ weiterarbeiten. Die Auflage des Echo lag im zweiten Quartal bei 44.763 verkauften Exemplaren am Tag. Gegenüber dem Vorjahresquartal ging die Auflage um 4,7 Prozent zurück.

Bei deutschen Regionalzeitungen hat es in den vergangenen Jahren immer wieder Sparrunden gegeben, auch mit betriebsbedingten Kündigungen. Ein Abbau in der Dimension des Echo ist allerdings bemerkenswert – ein Verlag entlässt mehr als die Hälfte seiner Belegschaft. Trotzdem betont der Verleger, man übernehme „Verantwortung für die Mitarbeiter“. Und Pressesprecher Hannes Fischer sagt, die Geschäftsführung habe „früh reagiert“. Auch das Wort „Qualitätsjournalismus“ fällt in der Pressemitteilung.

Auf Nachfrage heißt es seitens des Pressesprechers: „Den Status Quo zu halten, wäre unverantwortlich.“ Auch darum habe sich der Verleger Bach zu einem deutlichen Schnitt entschlossen, um Spielraum zu gewinnen. Beriets seit einigen Jahren spare der Verlag. Ansonsten würde man heute nicht über eine Sanierung, sondern über eine Insolvenz sprechen.

Das Sanierungskonzept wurde von dem ehemaligen FAZ-Geschäftsführer Jochen Becker erarbeitet. Man wolle wieder „auf die Erfolgsspur“ kommen. Verdi kritisiert, dass die Sanierung „einseitig auf Kosten der Belegschaft“ erfolge. Ebenfalls fehlten „Hinweise, die auf eine Verbesserung der Einnahmeseite zielten“. Eine weiterhin offene Frage sei die nach der Digitalstrategie.

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