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Historiker Arnulf Baring will „Nationale Stiftung“ zur Rettung von FAZ und Co.

Der Historiker Arnulf Baring regt angeblich eine „Nationale Stiftung“ an, um den Qualitätsjournalismus zu retten. Beispielsweise die Frankfurter Allgemeine Zeitung spüre schon jetzt „die Kümmernisse einer Redaktion, die sich immer mehr einschränken muss“. Das berichtet Roland Tichy in seinem Blog.

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Auf Nachfrage sagt Tichy, Baring habe ihm seine Vorstellungen zur Rettung des Qualitätsjournalismus bei einem Abendessen geschildert. Über die alternative Finanzierung von Journalismus machen sich derzeit eine Reihe von Stiftungen und Initiativen Gedanken. Es brauche eine „unabhängige, unbestechliche Stimme“ in der deutschen Publizistik, findet offenbar auch der ehemalige WirtschaftsWoche-Chef Roland Tichy.

Hoffentlich, schreibt er in seinem Blog-Eintrag weiter, verfüge „die FAZ-Stiftung noch über die Mittel, um die Restrukturierung vorzunehmen und neue digitale Geschäftsfelder zu erschließen“. Eine privatwirtschaftlich getragene Auffanglösung sei eine Möglichkeit. Der Journalist Tichy und der Historiker Baring stehen sich in ihrer wirtschaftspolitischen Haltung eher nahe, die sich am ehesten mit wirtschaftsliberal und Euro-kritisch umschreiben lässt. Um so erstaunlicher, dass sie sich zur Rettung von Zeitungen eine Stiftung vorstellen können.

Der Verlag der Frankfurter Allgemeinen Zeitung hatte vor zwei Tagen einen Stellenabbau von 200 Mitarbeitern bis 2017 angekündigt. 40 von 400 Stellen sollen in den Redaktionen von FAZ, Sonntagszeitung FAS und FAZ.net wegfallen, allerdings ohne betriebsbedingte Kündigungen. Die FAZ wird bereits von einer Stiftung getragen, der FAZIT-Stiftung. Die Rücklagen in dreistelliger Millionenhöhe haben soll.

Eine solche Vorstellung ist indes nicht vollkommen an den Haaren herbeigezogen. Bereits seit einiger Zeit gibt es im Hintergrund einiger DAX-Konzerne dem Vernehmen nach Überlegungen, wie man beispielsweise einer FAZ unter die Arme greifen könnte, wäre ihre publizistische Stellung gefährdet. „Die Wirtschaft“, heißt es aus einer anderen Quelle, „mache sich Sorgen“. Sorgen beispielsweise, dass die Qualität des Wirtschaftsteils in den Keller geht. „Erste massive Angebote zur Hilfe werden schon diskutiert“, deutet auch Tichy in seinem Text an.

Auf eine Anfrage von MEEDIA, ob er seine Vorstellungen konkretisieren könne, hat Professor Baring noch nicht geantwortet.

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