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T-Online, Web.de und GMX schmeißen Leistungsschutz-Verlage aus den Suchergebnissen

Wir müssen draußen bleiben: Verlage, die in der VG Media organisiert sind, werden bei der T-Online-Suche ausgesperrt

Erste Anbieter von Internet-Suchen wehren sich gegen das so genannte Leistungsschutzrecht. Um Forderungen der in der Verwertungsgesellschaft Media organisierten Verlage zuvorzukommen, haben die Angebote T-Online, Web.de und GMX Inhalte vonVerlagen, die Zahlungen nach Leistungsschutzrecht geltend machen, aus ihrer Internet-Suche ausgelistet. So findet man bei Suchanfragen beispielsweise über T-Online.de keine Ergebnisse mehr von Bild.de.

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Betroffen von der Auslistung sind Web-Angebote aller Verlage, die in der VG Media organisiert sind und die u.a. von Google, Yahoo und 1&1 Zahlungen nach dem Leistungsschutzrecht einklagen wollen. Also etwa die Angebote Bild,de, Welt.de, Express.de, Abendblatt.de, rp-online.de, bunte.de, mopo.de, derwesten.de. Die VG Media steht auf dem Standpunkt, dass das Ausweisen kleinster Textbestandteile (Snippets)  auf Such-Ergebnisseiten von Suchmaschinen eine Leistung sei, die von den Suchmaschinen-Anbietern honoriert werden müsse. Die VG Media will an den Werbe-Erlösen der Such-Anbieter beteiligt werden.

Dass nun erste Such-Anbieter Inhalte der VG-Media-Verlage auslisten, ist nur folgerichtig. Stefan Niggemeier hat in seinem Blog zuerst über die Auslistung berichtet. Jörg-Fries Lammers, Sprecher von 1&1, sagt dazu: „Die VG Media macht für die von ihr vertretenen Presseverleger Ansprüche nach dem sog. Leistungsschutzrecht geltend. Im Kern geht es unter anderem darum, ab welcher Textlänge und von wem Presseverleger eine Vergütung für die öffentliche Zugänglichmachung von Presseerzeugnissen verlangen können. Wir sind überzeugt, dass diese Forderungen unbegründet sind. Lediglich vorsorglich haben wir uns entschlossen, hiervon betroffene Angebote auszulisten. Nutzereffekte waren bisher nicht feststellbar.“ Die VG Media wollte dazu keine Stellungnahme abgeben.

„Die Auslistung der VG Media Verlage läuft bereits seit dem 1. August. Wirklich schmerzhaft wäre es für die betroffenen Verlage freilich, wenn sie beim Markführer Google ausgelistet würden. Google scheut diese finale Konfrontation bislang. Die VG Media steht außerdem auf dem Standpunkt, dass Google mit einer Auslistung seine marktbeherrschende Stellung missbrauchen würde.

Das bedeutet im Klartext: Die VG Media Verlage wollen Google zwingen ihre Angebote auszuweisen und dafür zu zahlen. Die VG Media hatte wegen des angeblichen Missbrauchs von Marktmacht bereits eine Beschwerde gegen Google beim Kartellamt eingereicht. Diese Beschwerde wurde vom Kartellamt jedoch mit Pauken und Trompeten als „nicht schlüssig“ zurückgewiesen. 1&1, die Mutterfirma von Web.de und GMX, und die Telekom arbeiten für ihre Websites auch mit Google-Suchtechnik, die sich für die jeweiligen Seiten jedoch anpassen lässt.

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