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Apple: 51 Millionen iPhones sind nicht genug

Apple-CEO Tim Cook
Apple-CEO Tim Cook Muss an der Wall Street kämpfen

Apple wurde nach Vorlage seiner jüngsten Quartalszahlen von der Wall Street erneut hart abgestraft. Der Kurssturz hat zwei Gründe: iPhone-Verkäufe, die deutlich unter den Erwartungen der Anleger zurückblieben und ein Ausblick, der die Befürchtung bestätigte, dass Apples Wachstum ausgereizt ist.

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Wieder legte Apple Rechenschaft über die Geschäftstätigkeit im Dezember-Quartal ab, und wieder reagierte die Wall Street auf Knopfdruck mit einem vernichtenden Urteil – Kurssturz, 10 Prozent und 40 Milliarden Dollar Börsenwert weg, setzen.

Wie geht das nun mit dem Zahlenwerk zusammen, das tatsächlich eines der besten Wirtschaftsgeschichte ist? 57,6 Milliarden Dollar wurden in nur drei Monaten umgesetzt und dabei 13,1 Milliarden Dollar verdient – das ist in etwa das, was Google, immerhin der drittwertvollste Konzern der Welt, im ganzen Jahr unterm Strich einfährt.

Schwächstes iPhone-Wachstum aller Zeiten

Doch bei Apple hängt die Messlatte bekanntlich so hoch wie bei keinem anderen Konzern: Die Analystenvorgaben gilt es zu schlagen – und zwar möglich deutlich. Das gelang dem noch wertvollsten Konzern beim Gewinn je Aktie mit 14,50 Dollar – die Konsensschätzungen der Analysten hatten noch bei 14,09 Dollar je Anteilsschein gelegen.

Für die erste große Enttäuschung sorgte dann ausgerechnet die mit Abstand wichtigste Konzernsparte – die iPhone-Unit. “Nur” 51 Millionen Stück setzte der Kultkonzern zwischen Oktober und Dezember ab, nachdem es im Vorjahr 48 Millionen Einheiten waren. Zu wenig für die wachstumssüchtige Wall Street, die mit Verkäufen in der Größenordnung von 55 bis 60 Millionen Geräten gerechnet hatte.

5c floppt schwer: Apple verzockt sich bei iPhone-Strategie

Tim Cook musste in der anschließenden Telefonkonferenz sogar einen Schrumpfkurs auf dem Heimatmarkt eingestehen – das hat es noch nie gegeben. Der Hauptgrund: Apple verzockte massiv bei der Einführung gleich zweier iPhone-Modelle.

Das Plastik-iPhone 5c, das das Highend-Model 5s eigentlich nach unten absichern sollte, dürfte der Platz als größter Flop der jüngeren Konzerngeschichte seit dem Soundsystem iPod HiFi (2006) und dem Cube Mac (2001) sicher sein. Die Folge: Der IT-Pionier kam bei der Produktion seines Spitzenmodells nicht schnell genug nach, während die Plastik-iPhones bleischwer in den Regalen liegen.

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iPad- und Mac-Sparte Lichtblicke 

Zu den Lichtblicken des Quartals avancierten dagegen die Problemsparten der Vormonate: die iPad- und Mac-Unit. Um gleich 17 Prozent konnte Apple die Absätze seiner Macintosh-Computer auf 4,8 Millionen Einheiten gegenüber dem Vorjahresquartal steigern, während sich Tim Cook über den Rekordwert von 26 Millionen verkauften iPads freuen konnte, der einem Plus von 14 Prozent entsprach.

Wichtiger Nebeneffekt: Alle drei Konzernsparten befinden sich damit wieder auf dem Wachstumspfad, auch wenn die Zuwächse so schwach ausfallen wie seit über einer Dekade nicht mehr. Vielleicht jedoch ist das nur eine Momentaufnahme, denn Tim Cook deutet bei Bilanzvorlage etwas an, was Aktionäre in helle Aufruhr versetzte: Nicht nur die Gewinne, die sich das ganze Fiskaljahr 2013 rückläufig entwickelten, sondern sogar die Umsätze könnten bald schrumpfen.

Ausblick auf das März-Quartal verschreckt Anleger 

Das legt der eigene Ausblick nahe, den Apple nur noch in Form einer vagen Umsatzentwicklung taxiert: Und die soll im März-Quartal nur zwischen 42 bis 44 Milliarden Dollar ausfallen, nachdem im abgelaufenen März-Quartal noch 43,6 Milliarden eingefahren wurden und die Analysten durchschnittlich mit 45,75 Milliarden gerechnet hatten.

Der Umsatzeinbruch kommt dabei vollkommen unerwartet – nämlich ausgerechnet in dem Start-Quartal des seit Jahren sehnlichst erwarteten Vertriebsstarts bei China Mobile. Die Botschaft, die Cook damit an Aktionäre aussendet, ist beängstigend: Wenn nicht mal der Vertragsabschluss mit dem weltgrößten Mobilfunker das Wachstum sichert, was denn dann?

Eine neue Produktkategorie deutete Cook in der anschließenden Telefonkonferenz zwar für Jahresende an, doch die dürfte erst die 2015er Bilanz unterstützen. Apples erwartete Comebackstory des Börsenjahres 2014 hat damit erst mal einen herben Dämpfer bekommen, der an der Wall Street reflexartig seine Übersetzung fand. Mit einem Kurssturz von 551 auf 506 Dollar nach Handlessschluss: dem größten Einbruch seit – genau – dem Weihnachtsquartal 2012.

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