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Paid Content: “Fehler muss man sterben lassen können”

Christian Stavik, Schibsted
Christian Stavik, Schibsted Christian Stavik, Schibsted

Am Mittwoch trifft sich in Bayreuth die Elite der Lokaljournalisten zum 22. Forum Lokaljournalismus. Einer der Haupredner ist Christian Stavik, Digital Editor der norwegischen Zeitung Fedrelandsvennen. Das Regionalblatt stellte bereits 2012 auf ein Freemium-Modell im Netz um. Die Norweger, die zum Schibsted-Konzern gehören, haben sich für ein relativ restriktives Modell entschieden.

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“All das, was wir uns ausgemalt haben, ist eingetroffen”, sagte Stavik in einem Gespräch mit dem Kölner Stadt-Anzeiger. Die norwegische Zeitung habe sich letztlich für die Freemium-Variante entschieden, bei der die Redaktion auswählt, welche Texte frei und welche hinter einer Paywall sind. Stavik zum Kölner Stadt-Anzeiger: “Wir wollten einen zusätzlichen Nutzen für unsere Kunden. Uns ging es also nicht primär darum – wie beim Metered Model – neue Kunden anzulocken, sondern bereits bestehenden Kunden mehr zu bieten.”

Das Freemium-Modell erfordere allerdings “eine viel stärkere Umstrukturierung der Redaktion”. Während vor dem Relaunch etwa 70 Prozent der Redakteure für Online und Print schrieben, seien es nach dem Relaunch 100 Prozent gewesen. Heißt: Wer seinen Abonnenten mehr bieten will, braucht auch mehr Inhalte. Beim Metered Model soll ja vor allem auch sichergestellt werden, dass die Reichweite hoch bleibt und neue Leser nicht gleich wegen einer Schranke geblockt werden.

Was interessiert Leser in Norwegen beonders? Lokale Breaking News, Fußball, Verkehrsnachrichten, sagt Stavik. Eine Umstellung auf ein Bezahlmodell erfordere größtmögliche Aufmerksamkeit. So formierte sich beispielsweise eine Facebook-Gruppe mit dem Titel “Weg mit der Bezahlschranke”. Auch interessant: der Norweger würde heute einzelne Apps, etwa zum lokalen Fußballclub, zum Verkehr oder für andere Services nicht umsetzen: “Die waren alle ein Reinfall, weil wir zu wenig fokussiert waren. Aber Fehler muss man auch sterben lassen können.”

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Stavik spricht am 29. Januar in Bayreuth, beim Forum Lokaljournalismus der Bundeszentrale für politische Bildung. Thema in diesem Jahr: “Götterdämmerung: der Lokaljournalismus erfindet sich neu”. Das Programm gibt es hier.   

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