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Die ARD und der versemmelte Snowden-Scoop im Ersten

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Da hat die ARD also ein Interview mit dem weltweit bekanntesten Whistleblower, Edward Snowden. Dem Mann, der die Ausspähaffäre rund um den US-Geheimdienst NSA ins Rollen brachte. Dass die ARD eine solche Perle im späten Nachtprogramm versteckt, ist leider normal. Ungewöhnlich aber ist, dass das internationale Publikum ausgesperrt wurde.

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Eine englischsprachige Fassung des Interviews wurde nicht zur Verfügung gestellt. Die ARD verschanzt sich hinter einer Rechte-Problematik. Dass es bei einer solchen Story keine englischsprachige Fassung gibt, ist peinlich genug – immerhin wurde das Interview ja auf Englisch geführt und ein Interview mit Snowden ist ganz ohne Zweifel weltweit von Interesse. Wenn ein öffentlich-rechtlicher Sender seinem Auftrag nachkommen müsste, dann ja wohl hier.

Außerhalb Deutschlands gab es aber noch nicht einmal die synchronisierte Fassung zu sehen. Die ARD erklärte auf Twitter, es handle sich um ein “Rechteproblem”. Auf Nachfragen erklärte der Twitter-Account von NDR Netzwelt, dass die Produktionsfirma die Rechte besitze und nicht etwa – wie von einigen gemutmaßt – der Interviewer Hubert Seipel.

Die zuständige Produktionsfirma war Cinecentrum, Deutsche Gesellschaft für Film- und Fernsehproduktion mbH. Die Firma ist eine 100%ige Tochterfirma von Studio Hamburg, was wiederum eine 100%ige Tochter des NDR ist. Auf Twitter wurden die Verflechtungen schnell thematisiert und kritisiert. Eine Klärung von Seiten der ARD, warum es bei einer Geschichte von solch überragendem öffentlichen Interesse nicht möglich sein soll, von der eigenen Produktionsfirma die entsprechenden Verbreitungsrechte eingeräumt zu bekommen, steht noch aus.

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Hier geht es zur ausgestrahlten Fassung des Edward-Snowden-Interviews in der NDR-Mediathek.

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