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Bertelsmann digitalisiert „Das Cabinet des Dr. Caligari“

Die Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung und Bertelsmann haben am Montag in Berlin die digitale Kino-Fassung des Stummfilm-Klassikers „Das Cabinet des Dr. Caligari“ von Robert Wiene aus dem Jahr 1920 in moderner 4K-Auflösung vorgestellt. Mit der aufwändigen Arbeit wollen die beide Partner ein Zeichen für den Erhalt des deutschen Filmerbes setzen.

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„Als Medienunternehmen, das von und für Kreativität lebt, sind uns nicht nur aktuelle, sondern auch bedeutsame Werke früherer Tage wichtig – insbesondere wenn es darum geht, sie zu erhalten und dem heutigen Publikum zugänglich zu machen“, erklärt Bertelsmann-Chef Thomas Rabe. „Die deutschen Filmarchive dürfen mit dieser Aufgabe nicht allein gelassen werden – wir riskieren sonst, dass wertvolle Filme in Vergessenheit geraten oder gar verloren gehen.“

Bei der Restaurierung wurde erstmals auf das fast vollständig erhaltene Kameranegativ aus dem Bundesarchiv-Filmarchiv verwendet werden. Dank verschiedener Verleih- und Archivkopien der 1920er und -30er Jahre ist der Film nun auch vollständiger als zuvor. In aufwändiger Kleinarbeit wurden laut dem Vorsitzenden der Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung, Ernst Szebedit, Bildsprünge und fehlende Bilder in Einstellungen aufgefüllt. Auch die historische Färbung und die expressionistischen Zwischentitel konnten auf digitalem Wege reproduziert werden.

Neben Bertelsmann als Hauptsponsor förderten auch die VGF Verwertungsgesellschaft für Nutzungsrechte an Filmwerken und der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien das Projekt, das sich über einen Zeitraum von knapp zwei Jahren zwischen April 2012 bis Januar 2014 erstreckte.

Die digital restaurierte Fassung von „Das Cabinet des Dr. Caligari“ wird am 9. Februar bei der Berlinale mit der Musik von John Zorn welturaufgeführt und drei Tage später auf Arte erstmals im Fernsehen gezeigt. Für Kinos, Festivals und Veranstalter ist der Film ab 17. Februar im Verleih der Murnau-Stiftung erhältlich. Ohne die digitale Restaurierung hätte der Film aus dem Ufa-Bestand nur noch in wenigen Kinos mit analoger Technik abgespielt werden können.

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