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Daily Mirror fälscht Reus’ Bayern-Absage

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„Ich wünsche Lewa und Götze viel Glück bei Bayern. Aber mich werden sie niemals bekommen. Geld ist nicht alles“.​ Dieses Statement, das angeblich Borussen-Star Marco Reus geäußert haben soll, saß. Die Quelle: der britische Daily Mirror. Seit Anfang der Woche kursierte das Zitat im Netz und sorgte für heftige Diskussion in den Social Networks.

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Jetzt stellt sich raus: Das Zitat hat der 24-Jährige der Zeitung nie gegeben. Seinen Fans ließ er mitteilen: “Die Aussagen sind ein Fake. So etwas habe ich nie gesagt und würde ich auch nie sagen.“

Sein Verein ließ gegenüber der Nachrichtenagentur dpa am Dienstag verlauten, dass Reus so etwas “nie sagen würde”. Der Bericht sei “ein absoluter Fake. Hier war nie ein englischer Reporter, das Gespräch hat es also nie gegeben.”

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Zuvor hatte das Zitat gerade in den Social Networks für Diskussionen gesorgt. Die WDR-Sendung “Zeiglers wunderbare Welt des Fußballs postete die Äußerung auf Facebook. Über 20.000 Nutzer likten den Beitrag, über 1.500 kommentierten. Das Fußball-Magazin 11Freunde hatte sich bereits auf Spurensuche begeben und Kontakt zur Redaktion des Daily Mirror aufgenommen. Die Experten vermuten hinter dem erfundenen Zitat reines Kalkül. Demnach würde Reus’ Wechsel zum Hauptinteressenten Manchester United wahrscheinlicher erscheinen, wenn er vorab dem FC Bayern eine Absage erteilt. Auf Nachfrage von 11Freunde war der Autor des Artikels nicht zu erreichen.

Daily Mirror Front Page 240696Zum Hintergrund: Der Nationalspieler hat beim BVB zwar einen Vertrag bis 2017, hat aber als einziger Dortmund-Spieler noch eine Ausstiegsklausel für eine Ablöse von 37 Millionen Euro. Das macht den 24-Jährigen so interessant für britische und spanische Clubs. Manchester United hat angeblich bereits seit längerer Zeit großes Interesse, den Kicker für sich zu gewinnen.

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Zusätzliche Würze erhält die vermeintliche Aussage durch den Umstand, dass der gebürtige Dortmunder bei seinem Wechsel von Gladbach zum BVB bereits ein höchst lukratives Bayern-Angebot ablehnte.

Dabei ist es nicht das erste Mal, dass der Daily Mirror seine Geschichten frei erfindet. 2004 schockte die Tageszeitung mit Fotos von britischen Soldaten, die im Irak Häftlinge misshandelten. Später stellte sich heraus: Die Story war frei erfunden. Die Redaktion titelte schließlich “Sorry….We were hoaxed” (engl.: “Sorry, wir wurden reingelegt”). 1996 erklärte der Mirror Deutschland kurzerhand den “Fußball-Krieg”. Den Fußballkrieg hat das britische Blatt mit der jüngsten Räuberpistole nicht erneut ausgerufen. Vielmehr war es ein Warnschuss, der nach hinten losging.

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