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Was der Kauf von Nest für Google bedeutet

Nest-Thermostat: Edel, hilfreich und gut
Nest-Thermostat

3,2 Milliarden Dollar – wofür? Mit Nest hat Google die zweitgrößte Übernahme der Unternehmensgeschichte getätigt und einmal mehr unterstrichen, dass der Internet-Champion die schnelle Expansion liebt. Nach dem Siegeszug im stationären und mobilen Internet liegt die nächste Expansionsstufe im "Internet der Dinge": Google will offenkundig unsere Alltagswelt übernehmen.

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Es hätte eine Warnung sein können. Im vergangenen November war es, als der Internetriese Google plötzlich mit einem Coup in der Offline-Welt von sich Reden macht. In Hamburg wurde in die Google-Villa geladen – und Journalisten waren nicht willkommen. Es war eine Spielerei, nichts weiter – und doch ein Fingerzeig. Google nimmt seine Expansion extrem ernst.

Google+, Wave, Buzz: Anders als Apple hat Google keine Angst vor Fehlschlägen

”Moonshots” nennt Larry Page Googles Anstrengungen, nach den Sternen zu greifen.

Hierin besteht der ganz große Unterschied zu Apple: Cupertino optimiert ein Produkt solange bis zur Perfektion, dass es bei Marktreife möglichst unschlagbar ist – für Google scheint der Weg das Ziel zu sein. Fehlschläge wie die Internetdienste Wave, Buzz und – man muss es wohl bald dazu zählen – Google+ werden bewusst in Kauf genommen. 

Es sind Marginalien auf dem Weg zum großen Ganzen: Das Internet für alle soll via Ballons auch in kaum besiedelten Gebieten möglich gemacht werden, die ständige, unmittelbare Vernetzung ohne einen verpassten Moment könnte mit der Datenbrille Google Glass direkt vor den Augen Realität werden, während Google sogar so weit geht, den Straßenverkehr mit einem selbstfahrenden Auto zu revolutionieren oder einfach mal Robotik-Firmen einsammelt.

Google entert das “Internet der Dinge”

Was bleibt auf dieser Welt noch zu tun? Tatsächlich scheinen die Google-Gründer neben den Zukunftsprojekten Datenbrille und selbstfahrende Autos an etwas sehr Alltagsnahem interessiert zu sein: den eigenen vier Wänden, die als “connected home” der “Smart-Home” mit dem Möglichkeiten Internets vernetzt werden sollen.

“The Internet of Things”, “das Internet der Dinge”, lautet eines der Buzzwords der Stunde: gemeint ist damit, dass Alltagsgegenstände wie Kühlschränke, Klimaanlagen, Heizungen intelligent digital gesteuert werden können. 
Vielleicht wird der schon lange versprochenen “intelligente Kühlschrank” ja eines Tages tatsächlich Wirklichkeit. “Wenn Google etwas will, dann fackelt es nicht lange”Bisher galt Microsoft auf der Suche nach der Selbsterneuerung als der logische Käufer im neuen Boom-Segment, auf das es mit seiner Xbox abzuzielen schien. Doch Google machte bei einem der spannendsten Start-ups der Stunde das Rennen.

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“Wenn Google etwas will, dann fackelt es nicht lange”, erklärte die Businessweek das schnelle Handeln zum stattlichen Kaufpreis von 3,2 Milliarden Dollar, der Nest zur größten Übernahme der Unternehmenshistorie nach Motorola macht. 

Bleiben noch zwei Fragen: Warum bot Apple nicht mit – und warum verkaufte Apple-Urgestein Tony Fadell, der die iPod-Ära von 2001 bis 2008 prägte, ausgerechnet an den Erzrivalen? Glaubt man dem Techportal re/code, gab es außer Google keine weiteren Bieter – was an Ausschlussklauseln nach der ersten Finanzierungsrunde durch Google Ventures in 2011 gelegen haben könnte.

Trotzdem lässt Googles überraschender Übernahmecoup – als mutmaßlichen Akquisitionsziele wären eher Snapchat, Whatsapp, Pinterest oder Square in Frage gekommen – vor allem den großen Rivalen Apple schlecht aussehen. Tim Cook muss sich die Frage gefallen lassen, ob er sklavisch am Konzept der Mini-Übernahmen festhalten will oder nicht doch einmal einen neuen Geschäftszweig dazukaufen möchte, der gut ins Apple-Ökosystem passt. 

Das wäre bei Nest der Fall gewesen: Wenn Apple tatsächlich so ein “großes Interesse am Wohnzimmer” hat, wie Apple-CEO gebetsmühlenartig alle sechs Monate bei jeder passenden oder unpassenden Gelegenheit fallen lässt, warum wird Apple dann nicht aktiv? Der Apple-Fernseher scheint sich ins Reich der Fabel verabschiedet zu haben. Google will es wissen – Apple eher nicht.

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