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Nienhaus soll Funke Mediengruppe verlassen

Noch ist nichts offiziell bestätigt, doch der Abgang von Christian Nienhaus bei der Funke Mediengruppe scheint beschlossene Sache zu sein. Das Handelsblatt brachte die Meldung am späten Mittwochnachmittag. Über die Gründe einer möglichen Trennung kann bisher nur spekuliert werden. Eigentlich hatten sich die drei Geschäftsführer des Essener Großverlags auf eine Arbeitsteilung geeinigt. Nienhaus ist kein einfacher, aber ein gewiss kompetenter Zeitungsmanager.

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Nach MEEDIA-Informationen nicht richtig ist die Information im Handelsblatt, Nienhaus hätte seine Unterschrift unter dem Kaufvertrag für die Springer-Zeitungen und –Zeitschriften verweigert. Den Vertrag habe er unterschrieben, heißt es in Essen. Ein Ausstieg käme zur Unzeit – müssen doch die Springer-Zeitungen Berliner Morgenpost und Hamburger Abendblatt in das Funke-Reich eingegliedert werden.
Gut möglich ist indes, dass die Dreierkonstellation in der Geschäftsführung der Funke Mediengruppe doch nicht so funktioniert hat, wie erhofft. Nienhaus, mit großer Erfahrung im Zeitungsgeschäft ausgestattet, ist seit Jahren für ebenjenes verantwortlich. Geholt hatte ihn einst der Parteifreund und Mitgesellschafter Stephan Holthoff-Pförtner – beide sind der CDU verbunden. Mit dem vor allem für Zeitschriften verantwortlichen Manfred Braun, den die Familie Grotkamp, die heute Mehrheitsgesellschafterin der Funke Mediengruppe ist, geholt hatte, versteht sich Nienhaus laut verschiedenen Aussagen aber wohl nur so halbgut.
Als eine Art ausgleichender Pol war eigentlich Thomas Ziegler von der Metro Gruppe geholt worden – er ist seit vergangenem Jahr Geschäftsführer und vor allem für Finanzen, aber auch für digitale Medien verantwortlich. Obwohl er keine Erfahrung in der Medienbranche mitbrachte, gilt Ziegler als der neue starke Mann in Essen. Seit einigen Monaten hatten sich die drei Chefs auf die genannte Aufgabenteilung verständigt. Angeblich soll diese auch funktioniert haben – hieß es. Zum Neujahrsempfang des Hamburger Abendblatt, das künftig zur Funke Mediengruppe gehört, waren Ziegler und Braun erschienen, nicht aber Nienhaus. 
Was nun zum Bruch bzw. zur voraussichtlichen Trennung führte, mag kein singuläres Ereignis gewesen sein, sondern vielleicht das Ergebnis eines Prozesses. Nienhaus wurden vor einiger Zeit auch Ambitionen nachgesagt, zu DuMont nach Köln wechseln zu wollen, doch daraus wurde schließlich nichts. Klar ist, dass sich der ehemalige Bild-Verlagsgeschäftsführer mit einer Mitläuferrolle auf Dauer wohl kaum zufriedengeben würde. Auf Seiten der Funke-Gesellschafter mag auf der anderen Seite der Drang, Nienhaus zu halten, möglicherweise auch nicht mehr so ausgeprägt gewesen sein.

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