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Google und Audi bringen das Android-Auto

Auf das Smartphone folgt das Smart-Car: Nachdem Googles mobiles Betriebssystem auf der Mehrzahl der Smartphones und Tablets installiert ist, plant der IT-Konzern nun die Integration in Autos. Dazu hat Google zusammen mit GM, Honda, Audi, Hyundai und dem Chiphersteller Nvidia die Open Automotive Alliance gegründet. Das Ziel: Android als Standard für Entertainment-Systeme im Auto zu etablieren. Der erste Android-Pkw soll schon in diesem Jahr vom Band rollen.

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In einer gemeinsamen Mitteilung sprechen sich die beteiligten Unternehmen dafür aus, dass weitere Automobilhersteller und Technologiekonzerne mitmachen. Derzeit liege der Fokus auf der Entwicklung neuer Features, die Entwicklern die Adaption ihrer Apps fürs Auto erleichtern sollen. Man befinde sich zudem in Gesprächen mit der National Highways Traffic Safety Administration (NHTSA), um einen sicheren Einsatz im Wagen zu gewährleisten.
Damit macht Google einen enormen Schritt nach vorne im Rennen um die Gunst der Autofahrer. Seit 2012 unterstützen immer mehr Neuwagen Apples Sprachassistenten Siri. Mercedes-Benz etwa entwickelt seit Jahren an der Integration des mobilen Betriebssystems iOS. Damit sollen Autofahrer nicht nur per Sprachbefehl Nachrichten verschicken und Kontakte anrufen können, sondern auch viele Elemente im Auto, wie etwa die Klimaanlage, Sitzheizung oder die Navigation, zentral ansteuern können. Die App “Digital DriveStyle” für die S-Klasse kann das schon jetzt. Unter “iOS in the car” bekommen Nutzer während der Autofahrt Zugriff auf Ihr Smartphone oder Tablet, allerdings über den Bordcomputer des Wagens. Die Steuerung erfolgt auch hier über Siri.
Microsoft entwickelt ebenfalls Software für Autohersteller. So scheint es, als ob das Automobilsegment der nächste große Boom-Markt für die Mobilbranche sein könnte. Das verwundert kaum. Der Bedarf an Smartphones und Tablets in den Industrienationen ist gedeckt, doch die Autohersteller setzten bei der Elektronik lange Zeit auf Insellösungen, in die sich die größten mobilen Betriebssystem iOS und Android nur mühsam integrieren ließen.
Das erste Android-Auto wird übrigens schon für Ende 2014 erwartet. 2015 will Hyundai zudem seinen Genesis mit Google-Glass-Unterstützung auf den Markt bringen. Wie der südkoreanische Autobauer mitteilte, soll sich über die Datenbrille das Auto finden und starten lassen. Außerdem soll der Brillenträger Adressen von der Brille zum Auto-Navigationssystem schicken sowie Türen verriegeln und öffnen können. Wartungshinweise würden dann als Push-Benachrichtigung im Blickfeld des Autofahrers angezeigt. Weitere Modelle sollen folgen.
Dass Google mit Audi zusammenarbeiten will, war Ende 2013 bekanntgeworden. Bislang war allerdings unklar, wie umfangreich die Kooperation des Android-Konzerns mit der Automobilbranche ist. Noch scheinen sich die Hersteller aber nicht für ein Betriebssystem entschieden zu haben. Honda arbeitet neben Google auch mit Apple an der Integration von Smartphones und Tablets in seine Autos, GM stellte zuletzt einen eigenen Appstore für seine 2015er-Modelle vor.

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