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“Tagesschau” verteidigt Schumi-Berichte

Längst ist auch die Berichterstattung über den Ski-Unfall von Michael Schumacher ein eigenes Medien-Thema geworden. Neben der Kritik an der Tonalität einiger Berichte und dem Verhalten einiger Reporter vor Ort, ärgern sich auch einige Beobachter über die Ausführlichkeit, mit der die neuesten Ärzte-Bulletins in der "Tagesschau" besprochen werden. Via Blog-Posting erklärt nun ARD-aktuell-Chef Kai Gniffke, dass man erst wieder berichtete, wenn es neue Informationen gebe.

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Für den TV-Journalisten ist die Ski-Tragödie in den französischen Alpen kein "reines Boulevardereignis". So lasse er nicht das Argument gelten, dass es sich doch "nur" um einen von vielen hundert Skiunfällen handeln würde. "Ich muss niemandem die herausragende sportliche Bedeutung von Michael Schumacher und seine außergewöhnliche Popularität im In- und Ausland erläutern. Sicher werden nicht alle Zuschauer die Begeisterung für den einstigen Champion teilen, aber Millionen von Menschen nehmen Anteil an seinem Schicksal und möchten wissen, wie es ihm geht", argumentiert Gniffke. "Deshalb wäre es töricht von uns, wenn wir in diesen eher nachrichtenschwachen Tagen unsere Sendungen krampfhaft mit sogenannten B-Themen füllen würden".

An diesem Punkt lässt der ARD-Mann allerdings unerwähnt, dass es sehr wohl auch weltpolitische Themen gab, die durch die Schumacher-Berichte in den Hintergrund treten mussten. So widmete die 20 Uhr-"Tagesschau" am 30. Dezember fast fünf Minuten dem Unfall, obwohl es nicht wirklich viel Neues zu sagen gab. Der neuerliche Anschlag von Wolgograd mit einigen Toten wurde erst danach abgehandelt.

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In seinem Text geht Gniffke auch auf die Kritik an dem großen Medienauflauf vor dem Krankenhaus in Grenoble ein, der tatsächlich bereits zu Behinderungen der Klinik-Abläufe sorgte. Allerdings: "Zu einer gewissenhaften und verantwortungsbewussten Berichterstattung gehört auch die Präsenz vor Ort". Tatsächlich hat der "Tagesschau"-Chef recht, wenn er nicht unerwähnt lässt, wie genau die ARD-Männer darauf achten, sich aus Mutmaßungen und Spekulationen, "vor allem aber aus Gerüchten und Dramatisierungen" heraus zu halten.

Das Ende der langen Berichte über den Zustand des ehemaligen Rennfahrers scheint allerdings erreicht zu sein – vorerst zumindest. "Wir greifen das Thema also wieder auf, wenn es neue Informationen gibt."

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